Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
MAK-Tower und Geymüllerschlössel
zu Ausstellungen, Konzerten und Kul tur ver anstaltungen einlädt und
Archi tek tur fans nach Voranmeldung gern durchs Haus führt.
Mo-Fr 10-18 Uhr nach Vor an meldung. Kund mann gasse 19/Park gas se 18, Tel. 7133164,
www.haus-wittgenstein.at.
MAK außer Haus
MAK-Tower und Geymüllerschlössel
In dem wuch tigen Flakturm aus dem Zwei ten Welt krieg wurden seit 1995
Ob jekte der MAK-Gegen wartskunst samm lung deponiert und exponiert.
Die ehr gei zigen und teuren Plä ne des ehe ma li gen MAK-Di rek tors Peter
Noever, ihn zu einem spek takulären Contemporary Art Tower (CAT) um-
und auszubauen, lie fen letztlich ins Leere und auch die Idee des aktuellen
Mu se ums hausherrn Chris toph Thun-Ho hen stein, seine Aus stel lungs -
flächen zu erweitern, ist bislang noch nicht realisiert, sodass der Stahl be -
ton ko loss wohl bis auf Weiteres be hörd lich angeordnet verschlossen bleibt.
Dagegen ist die MAK-Au ßen stelle Gey müllerschlössel schon jetzt zu be -
su chen. Das im Bie der meierstil möblierte hoch herr schaft li che Som mer -
haus wurde nach 1808 für den Ban kier Jakob Gey mül ler erbaut und hütet
heute die Alt wie ner Uh ren sammlung von Franz So bek (1903-1975), der
sich an ti fa schis tisch und für den Aufbau der Zweiten Ös ter rei chi schen
Republik en ga gierte, für die er das Gey müller schlössel nach 1945 kauf te
und dort seither auch lebte. Der Park des bie dermeierlichen Idylls ist mit
Skulp turen von Hubert Schma lix (geb. 1952) und James Turrell (geb.
1943) dekoriert.
MAK-Tower: Aktuelle Infos siehe Website des MAK. Arenbergpark, U 3 Ro chus gasse
bzw. Buslinie 74 A bis Hint zerstraße.
Geymüllerschlössel: Mai-Anfang Dez. So 11-18 Uhr, Führung So 15 Uhr, 12 € inkl. Ein -
tritt MAK am selben Tag u. Führung, Pötz leins dorferstraße 102, Tram 41 ab Schot ten -
tor, ab Pötzleinsdorf Bus 41 a (bis Kle ven hüller straße).
Farben- und Formenvielfalt
Hundertwasserhaus und Hundertwasser
Villa ge
Nachdem die Stadt Wien be schlos sen hat te, ihren welt be rühm ten Sohn
mit der Ge staltung eines Ge mein de wohn hau ses zu betrauen, wur de 1983
der Grund stein für das zwei Jahre spä ter den Mietern über ge bene Hundert -
was se r haus gelegt, wo rauf der bis d a hin eher un spek ta ku läre Stadt teil
gleich sam von Touristen über rannt wur de. Das führ te u. a. dazu, dass die
be nach bar te Rei fenwerkstatt Kalke ih ren Ge schäf ten nicht mehr un ge stört
nach ge hen konn te, worauf die In haber dem Künst ler vor schlugen, ihre
Räum lich kei ten nach seinen Vor stel lun gen zu ei nem Ein kaufs- und Gas -
tro no mie zen trum um zu bauen. Der folgte ih rer An re gung und schuf ein
1991 zu nächst un ter dem Namen Kal ke Village er öff ne tes far benfrohes
Kauf haus mit Sou ve nir shops, Galerien und Cafés, das - in zwischen
Hundertwasser Village ge nannt - gänz lich ohne rechte Winkel und ge ra de
Flä chen auskommt und in dem selbst die Toilette als kom mer zia li sier tes
Aus stellungsobjekt inszeniert ist (9-18 Uhr, Kegelgasse 37-39,
www .hundertwasser-village.com).
Friedensreich Hundertwasser (1928-2000)
Der schon zu Lebzeiten weltbe rühmte Künst ler Friedensreich Hundertwas ser, der als Maler und Architekt reüssierte, hieß ei -gentlich Friedrich Stowas ser und wur de am 15. Dezember 1928 als Sohn eines Beamten in Wien ge bo ren. Nach dem Abi -tur im Jahre 1948 studierte er drei Mo nate an der Hoch schule für Bil dende Künste, um sich danach auf eine mehrmonatige Eu ropa reise zu begeben, in Paris den für ihn ty pi schen Malstil zu entwi ckeln und 1949 den Namen Hun dertwasser an -zunehmen.
In den folgenden Jahren pendelte er zwi schen Paris und Wien und äußerte sich seit Ende der 1950er Jahre wie der holt zu architektoni schen Fragen, wo bei er den Bau stil der Moderne heftig kri ti sierte. Besondere Be- und Mis s ach tung ernteten sein „Ver schimmelungs manifest“ aus dem Jahre 1958 und sein 1968 verfass tes Ar chi tek tur-Boy kott-Ma nifest „Los von Loos“. Sein Cre do, dass jede Ar chi tek tur, bei der Li neal und Zirkel auch nur eine Se kun de lang eine Rolle spielen, zu ver wer fen