Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Annette Krus-Bonazza · Kapitel 206 von 309

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Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Ausflüge ins Wiener Umland

Klosterneuburg, sakrale Kunst in bester Lage

Tulln, auf den Spuren Egon Schieles

Weinhochburgen der Thermen region

Carnuntum, römische Relikte

Bratislava, Wiens kleine slowakische Schwester

Stift Melk, UNESCO-Weltkulturerbe

Klosterneuburg

Klosterneuburg, nur eine kurze Bus- oder S-Bahn-Reise von Wien entfernt,

be sticht durch seine Lage zwischen den Aus läufern des Wienerwaldes und

den Do nauauen. Bereits zur Jungsteinzeit be siedelt und seit der Mitte des

ersten nach christlichen Jahrhunderts römi sches Kastell, ließ sich hier im

Jahre 1113 der Babenberger Markgraf Leo pold III. nie der und gründete ein

Jahr spä ter ein Chor herrenstift für weltliche Ka no ni ker. Nachdem er das

Stift 1133 den Au gus tinern übergeben hatte, ent wi ckelte sich

Klosterneuburg zu ei nem über re gional bedeutenden geistig-kul tu rellen

Zen trum, dessen „ Verduner Al tar“ (nach seinem Schöp fer Nikolaus von -

Verdun benannt) aus dem 12. Jh. als sein bedeutendstes sa kra les Kunst -

werk gilt. In der Ga lerie der Moderne ist sa krale Kunst aus dem 20. und 21.

Jh. und in der Schatzkammer neben vielen an deren Pre ziosen die sog.-

„ heilige Kro ne Ös terreichs“ zu be wundern, bei der es sich um den Erz her -

zogshut von Ös ter reich handelt. Erz herzog Maxi mi lian III. (1558-1618)

schenk te sie zwei Jah re vor seinem Ab leben dem Stift Klos ter neu burg, weil

er ein glühender Ver ehrer des im Kapitel saal bei ge setz ten Klos ter stif ters

war . Der wurde 1485 hei ligge spro chen und avan cierte im 17. Jh. zum ös ter -

reichi schen Landes pa tron. Unter Karl VI. soll te sich das Stift, das in sei nen

Gärten der Jahr hunderte u. a. „Gar ten moden“ des Mittel alters und der Re -

naissance kul ti viert und mit 103 ha An baufläche eines der größ ten Wein -

güter Österreichs be treibt, in ein gi gantisches Barockkloster ver wan deln.

Obgleich die 1730 begonnenen Ausbau ar beiten 10 Jahre später wieder

einge stellt wurden, beherrscht der dem Stift zu geordnete, unvollendet

gebliebene Kai sertrakt für Karl VI. und dessen Gat tin Elisabeth Christine

die Silhou et te der Stadt, die für Liebhaber pro faner zeit genössischer Kunst

seit der finan ziell bedingten Schlie ßung des Essl Museums an Be deu tung

verloren hat.

Zum Trost bietet Klos ter neu burg mit dem Art/Brut Center Gug ging ei nen

Aus stel lungs ort der be son de ren (Kunst)Art. Das Mu se um nebst Ga le rie

expo niert und ver kauft Wer ke, die der Art Brut zu ge rech net wer den, wo -

run ter man un ver bil dete, spontane Kunst, meist von psy chisch Kranken

ver steht. (Der Begriff wur de von dem fran zösi schen Maler Jean Dubuffet

ge prägt.) Schwerpunkt der Sammlung ist die künstlerische Pro duktion der

inzwi schen weltweit be kann ten „Künstler aus Gugging“, die sich aus (ehe -

ma li gen) Pa ti enten eines in zwischen auf gelösten psy chia tri schen

Kranken hau ses in dem gleich na mi gen Orts teil von Klos terneu burg re kru -

tierten.

Verbindungen: S 40 bzw. Bus 238 (ab Heili gen stadt) bis Bahnhof Kierling (Stift); Bus

239 Rich tung Maria Gugging/Lourdesgrotte.

Stift Klosterneuburg: Mitte Nov.-April 10-16, sonst ab 9-18 Uhr. Stiftsticket in klu sive

Au dioguide 13, mit The men füh run gen + 2-3 €. Führungs termine siehe Website. Stifts -

platz 1, Tel. 02243/411-212, www.stift-klosterneuburg.at.

Art/Brut Center Gugging: Di-So 10-17 (Win ter) bzw. 18 Uhr (Sommer), 7,50 €. Ortsteil

Maria Gugging, Am Campus 2, Tel. 02243/87087, www.gugging.at.