Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Annette Krus-Bonazza · Kapitel 220 von 309

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Der Erste Weltkrieg

lich an ge se he ne Po sitio nen als Rechts anwälte, Ärzte, Jour nalis ten und

Ban kiers be klei de ten, fiel der von Lue ger propagierte, ge schickt mit so -

zialre for merischen Ideen verquickte An tise mitismus auf den frucht baren

Bo den klein bür ger li chen Sozialneids.

Als geistiger Vater des damaligen Bür ger meisters gilt der deutschnationale

Ab geordnete Georg Ritter von Schöne rer (1842-1921), der in Wien schon

Jah re zu vor das antisemitische Feld be stellt und da mit den

Zusammenschluss der von The o dor Herzl („Der Juden staat“, 1896)

geführten zionistischen Be we gung an den ört li chen Universi tä ten for ciert

hatte.

Obgleich die Regierungsbank feudal-kon servativ und kaisertreu besetzt

blieb, er reichten deutschnationale Posi tio nen auch die Diskussion im

Reichs par la ment, wo im ausgehenden 19. Jh. ins ge samt 501 Abgeordnete

aus 10 Na ti o na li tätengruppen, Christsozi a le und Mit glieder der 1889 von

dem Ju den Vic tor Adler gegründeten Sozial de mo kra ti schen Arbeiterpartei

saßen.

 

Der Erste Weltkrieg

Außenpolitisch war die Vergrößerung der Donaumonarchie durch die

Anne xion von Bosnien und Herzegowina (1908) eines der herausragenden

Ereig nis se in der späten „beruflichen“ Bio gra fie von Kaiser Franz Joseph I. ,

der in den Jahren zuvor mit dem Suizid sei nes Soh nes Rudolf (1889) und

der Er mor dung seiner Ehefrau (1898) zwei pri vate Schick salsschläge

einzuste cken hatte. Ein dritter traf ihn am 28. Juni 1914, als ein bosnischer

Student in Sara jewo sei nen Neffen und Thronfol ger Franz Fer di nand nebst

Ehefrau er schoss. Dass der Mord nicht nur private Fol gen hat te, sondern

zum Anlass zur ge walt sa men Klärung lange schwe len der macht po litischer

Konflikte auf dem Bal kan ge nom men wurde, ist hin läng lich be kannt.-

Einen Monat nach dem At ten tat erklärte die Donaumonarchie Ser bien

den Krieg, der sich bald zum Ers ten Welt krieg ausweitete.

Nach dem Tod von Franz Joseph I. am 21. November 1916 folgte ihm sein

Groß neffe Karl I. auf den Thron, bis am 12. No vember 1918 die Republik

Deutsch-Ös ter reich ausgerufen wurde. Auch wenn die Hauptstadt der

Donau mo nar chie nicht unmittelbar in die Kampf hand lun gen verwickelt