Wien Reiseführer Michael Müller Verlag
Der Erste Weltkrieg
lich an ge se he ne Po sitio nen als Rechts anwälte, Ärzte, Jour nalis ten und
Ban kiers be klei de ten, fiel der von Lue ger propagierte, ge schickt mit so -
zialre for merischen Ideen verquickte An tise mitismus auf den frucht baren
Bo den klein bür ger li chen Sozialneids.
Als geistiger Vater des damaligen Bür ger meisters gilt der deutschnationale
Ab geordnete Georg Ritter von Schöne rer (1842-1921), der in Wien schon
Jah re zu vor das antisemitische Feld be stellt und da mit den
Zusammenschluss der von The o dor Herzl („Der Juden staat“, 1896)
geführten zionistischen Be we gung an den ört li chen Universi tä ten for ciert
hatte.
Obgleich die Regierungsbank feudal-kon servativ und kaisertreu besetzt
blieb, er reichten deutschnationale Posi tio nen auch die Diskussion im
Reichs par la ment, wo im ausgehenden 19. Jh. ins ge samt 501 Abgeordnete
aus 10 Na ti o na li tätengruppen, Christsozi a le und Mit glieder der 1889 von
dem Ju den Vic tor Adler gegründeten Sozial de mo kra ti schen Arbeiterpartei
saßen.
Der Erste Weltkrieg
Außenpolitisch war die Vergrößerung der Donaumonarchie durch die
Anne xion von Bosnien und Herzegowina (1908) eines der herausragenden
Ereig nis se in der späten „beruflichen“ Bio gra fie von Kaiser Franz Joseph I. ,
der in den Jahren zuvor mit dem Suizid sei nes Soh nes Rudolf (1889) und
der Er mor dung seiner Ehefrau (1898) zwei pri vate Schick salsschläge
einzuste cken hatte. Ein dritter traf ihn am 28. Juni 1914, als ein bosnischer
Student in Sara jewo sei nen Neffen und Thronfol ger Franz Fer di nand nebst
Ehefrau er schoss. Dass der Mord nicht nur private Fol gen hat te, sondern
zum Anlass zur ge walt sa men Klärung lange schwe len der macht po litischer
Konflikte auf dem Bal kan ge nom men wurde, ist hin läng lich be kannt.-
Einen Monat nach dem At ten tat erklärte die Donaumonarchie Ser bien
den Krieg, der sich bald zum Ers ten Welt krieg ausweitete.
Nach dem Tod von Franz Joseph I. am 21. November 1916 folgte ihm sein
Groß neffe Karl I. auf den Thron, bis am 12. No vember 1918 die Republik
Deutsch-Ös ter reich ausgerufen wurde. Auch wenn die Hauptstadt der
Donau mo nar chie nicht unmittelbar in die Kampf hand lun gen verwickelt