Wien Reiseführer Michael Müller Verlag

Annette Krus-Bonazza · Kapitel 57 von 309

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Akademie der bildenden Künste

ra tur zeit schrift „Die F a ckel“, glänz te mit sprach ge waltigen und scharfzün gigen Es says und Aphorismen, schrieb aber auch längere Abhand lun gen (z. B. „Die de mo lierte Li te ra tur“, 1897) und Dra men („Die letz ten Tage der Mensch heit“, 1919). Frie dell, eigent lich ein Dok tor der Phi lo -so phie, hatte sich eben falls auf Kurzes und Präg nantes ver legt und da rüber hi naus ei nige um -fang rei che Schriften, da run ter eine hei ter-feu ille to nis tisch an ge legte „Kultur ge schich te der Neuzeit“ (1927-1931), zu Papier ge bracht. Eine ähn liche Spann breite wies das li te ra ri sche Schaffen Polgars auf, der sich, sei nem Vor bild Pe ter Al ten berg nach ei fernd, als No vellist, Er zäh ler und Ro man cier ver ding te. Im Dunst kreis der oben ge nann ten Herren be weg ten sich au ßer dem Arthur Schnitz ler (1862-1931), Hugo von Hofmanns thal (1874-1929) oder An ton Kuh (1890-1941), der das gesellschaftliche Leben im Kaffeehaus selbst zum li terari schen Sujet erhob. Der diskussionsfreudige Literaten zirkel ver sammelte sich um 1890 vor nehm lich im Ca fé

Griensteidl (heute Café Klimt) am Michae ler platz, um später in das nur ei nen Stein wurf ent fern -

te Ca fé Central zu wech seln, das bis zum Ende des Ers ten Welt kriegs als der Wie ner Li teraten -treff punkt galt. Nach dem Un ter gang der Donaumonar chie traf sich die schrei bende Zunft am liebsten im Café Her ren hof, das Anfang der 1960er Jahre sei ne Pforten schloss. Zu des sen Stamm gästen zählten auch Her mann Broch (1886-1951), Robert Mu sil (1880-1942), Franz Werfel (1890-1945), Jo seph Roth (1894-1939) und der ein gangs zitierte Friedrich Torberg, die al -le samt haupt säch lich durch ih re Ro ma ne bekannt geworden sind. Dieje ni gen von ihnen, die nach dem Zwei ten Welt krieg noch lebten bzw. aus dem Exil zu rück gekehrt waren, fan den sich - zu -sam men mit den Litera tur schaf fen den jün gerer Generatio nen - wie der im Ca fé Her ren hof ein und

entdeckten das da mals neu eröffnete, mitt ler weile eben falls schon legendäre Café Ha wel ka. Als

tra di tio nel le Treff punkte von Künst lern und In tel lektuellen galten aber auch die Cafés Im pe rial,

Raimund, Mozart und Museum.

 

Schaurig schön

 

Akademie der bildenden Künste

Das im posante, außen wie innen mit Fres ken verzierte Domizil der Hoch -

schule wur de zwischen 1872 und 1876 im Stil der italienischen

Renaissance nach Ent wür fen von Theophil von Han sen er baut und wird

gerade ge ne ral saniert. Es bildet einen wür di gen Rah men für das Studium

der schönen Küns te und die wertvolle hauseigene Ge mäl de ga lerie, die von

Mei s ter wer ken der nie der ländischen Malerei do mi niert wird und während

der Umbauarbeiten im Thea termuseum residiert. Größ te At trak tion der

Samm lung (im Exil), die auc h mit gro ßen Ita lie nern wie Tizian und -

Tiepolo ent zückt, ist „Das Jüngste Ge richt“ von Hierony mus Bosch, ein

kun terbuntes Hor ror sze nario mit al ler lei furcht ein flö ßen den Details.

Akademie der bildenden Künste, → Thea ter museum, Schillerplatz 3, Tel. 588162222,

www.akademiegalerie.at.

Zur Erholung Burggarten, Palmen-und Schmet er ling -