Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 105 von 204

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Fechsung

Liebesgedicht

 

Was du mir s p e n d e s t ,

zahl ich dir z u r ü c k , mit anständigen Zinsen, mit dem Gelde meiner Seele, meines Geistes,

Anna!

Wuchergeschäfte wollen wir nicht machen — — — dazu sind wir b e i d e zu intelligent.

Z u b a l d würde der Übervorteilte es spüren! Und

t r a u r i g werden! A t o n i e der Seele!

R e i n l i c h e Geschäfte der Seele und des Leibes geziemen dem Weisen des Daseins!

Und wir s i n d , wir s i n d nun einmal da in d i e s e r Welt, können uns nicht e n t z i e h e n , auf die Dauer! Was du mir s p e n d e s t ,

zahl ich dir gern und leicht zurück;

und meinem G e i s t e hast du d e i n e n , wenn auch

v o n m i r erworbenen, entgegenzubieten,

und noch dazu gratis die weißen Beine und die

goldenen Haare und die Kinderbrüste!

Siehe, ich muß mich also direkt anstrengen,

das durch Anmut meines Geistes und Kraft und

Weltenweisheit auszugleichen,

was du v o n s e l b s t durch Schicksals Gnade spendest! Drum sind wir, siehe, leider dennoch ewig in eurer Schuld, Anna! Ein Blick von dir — — —

und im Schuldbuch steht: „Peter, du schuldest

ihr noch Milliarden!“