Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 64 von 204

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Fechsung

Dora 3

 

Er hatte es sich endlich, schließlich vorgenommen,

falls sie doch noch wiederkommen sollte, f a l l s ,

n i c h t von seinem japanischen Lehnsessel aufzustehen, sondern nur in tiefster Ergriffenheit und Freude zu sagen: „E n d l i c h !“ Das hatte er sich vorgenommen,

in diese Rolle seines Herzens hatte

er sich eingelebt, man kann sagen bei Tag und Nacht, ein idealer Schauspieler s e i n e r s e l b s t! Nun werdet ihr wohl glauben, daß, als sie kam,

es doch ganz anders war natürlich

als man sich’s in Gedanken vorgenommen!

N e i n , es war g a n z s o.

Auf die Gefahr, euch zu enttäuschen!

Er blieb sitzen, schaute sie lange an und sagte: „E n d l i c h !“ Nun war sie gekommen und gegangen — — —. Er sah sein t i e f e s U n r e c h t ein an denen, denen er e t w a s B e s o n d e r e s seit Jahren war in ihrem zerstörten Leben, ein Lichtschein, ein Geleite, durch ihre Wirrnisse! Sie war gekommen und gegangen. U n d n i c h t s! Langer Zeiten vielleicht hätte es bedurft, um sie in jene Welten, sagen wir h i n a u f zu führen, in welche jene anderen von selbst, k r a f t i h r e r

Seele, flogen, im e r s t e n Augenblicke der

Bekanntschaft — — —. Frauen w e r d e n nicht, sie s i n d !

Es war besser so. Die Sehnsucht hatte mich entbrannt, und brannte mir die Seele aus, bei Tag und Nacht. Nun bin ich wieder, kühl, bei d e n e n , die mich s c h ü t z e n ! ZUM HELDENTODE DES DR. FRANK