Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 30 von 204

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Fechsung

Italien

 

Der Kommis in der a n g e b l i c h e n „Delikatessenhandlung“, der mir den a n g e b l i c h e n „Prager“ Schinken vormittags aufschnitt und jedes Stück vorsichtig und behutsam mit seinen ehrlichen aber schmutzigen Fingern hinlegte, sagte mir wiederholt: „Signor! Heute abend müssen Sie b e s t i m m t auf den Markusplatz, man spielt Ouverture Amleto!“ Oder: „Man spielt heute eine Messe von Perosi!“

Ich dachte: „Könnte er nicht während dieser angenehmen Mitteilungen die Schinkenschnitten mit der Gabel anfassen?!“ Nein, das konnte er nicht. So musikalisch war er doch nicht.

In dem Glasgeschäfte sagte ich zu dem Kommis: „Diese kleine lilagrüne Vase würde ich für drei Lire gerne kaufen!“ „Sie kostet sieben Lire, mein Herr!“ Ich setzte mich und begann mit meiner süßen Fistelstimme das „Lied an Lola“ zu singen. Er sagte: „Bitte, jetzt Puccini!“ Ich sang es. Dann sagte er: „Verdi!“ Als das Konzert zu Ende war, packte er mir die kleine Vase ein und sagte:

„Drei Lire!“