Fechsung
Spaziergang im Herbst
Ja, meine Herrschaften, er, der Fünfundfünfzigjährige, geht mit einer Fünfzehnjährigen, Arm in Arm, über den Graben, in hellem Herbstlichte! Sie hat braune n a t ü r l i c h e Locken und kurzes Kleid, schaut aus wie dreizehn, und als sie ihn zum ersten Male in J., Dorfstraße, aus der Schule kommend ohne Schuh und ohne Strumpf, erblickte und zu ihm sagte: „Sie, Herr, bei Ihnen b l e i b e ich!“, war sie erst zwölf! Neigung, Verständnis, Anmut richten sich nicht n a c h d e m K a l e n d e r! Sie hat die getreueste intelligenteste Pudelseele: Sie ist wie von Barbédienne in Bronze gegossen. Eine lebendig gewordene Bronzestatuette. Daß d i e sich ärgern, die vorzeitig „aus dem Leim“ gegangen sind, und die F e i g l i n g e , die sich genieren, mit geliebten Mädchen über den Graben zu gehen eingehängt, im Herbstsonnenlichte, d a s ist s e l b s t v e r s t ä n d l i c h !