Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 111 von 204

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Fechsung

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Wenn ich jemanden bitte, eine Sache, die mir wert und lieb ist, nicht anzurühren (man schaut nämlich mit die Augen, net mit die Pratzen), so ist e r beleidigt. „No no no, i friß Ihnen nix weg!“ „H o f f e n t l i c h ,“ sage ich, „das wär noch schöner!“

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Ich habe eine Freundin, die immer eine Ausrede hat, um d a z u b l e i b e n ; und eine, die immer eine Ausrede hat, um n i c h t dazubleiben. Jetzt denke ich in einem fort nach, welche mich weniger stört!?

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Aphorismen sind das, was, wenn es einem anderen einfällt, er daraus einen langen Essay macht! Gott sei Dank fällt es ihm aber nicht ein!

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Ich teile die Frauen ein, man muß nämlich alles einteilen, in solchene, die i m m e r denken: „Wie wäre es doch, wenn d i e s e r oder j e n e r — — —!?“ Und in solche, die das n i e denken. Die ersteren sind allein gefährlich! Aber auch die anderen sind nicht ungefährlich. Denn wenn sie bei einem p i c k e n bleiben, bleiben sie p i c k e n ! Und d a s ist nicht jedermanns letzte Träumerei!

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Wollen Sie a l l e Fäden in der Hand haben, um Menschen wie Marionetten zu dirigieren?!? Nehmen Sie doch n u r die d r e i Fäden: E i t e l k e i t , Geldgier, Sexualität! Schon d a n a c h tanzen sie ganz korrekt. Nehmen Sie aber n o c h d a z u die d r e i anderen Fäden: Neid, Eifersucht und Stupidität, so haben Sie ein ganz nett ausgeführtes Marionettenspiel! Wenn Sie z. B. der Dame Ihres Herzens, sagen wir nämlich H e r z e n s , sagen: „Artur gefällt Ihnen also ernstlich?! Er hat gesagt, Sie hätten keine aristokratischen Fingernägel!“, so lassen Sie schon die öde Puppe ganz nett tanzen! Oder zu einem Herrn: „Marie sagte, im Schwimmkostüme auf dem Bild enttäuschten Sie! S o n s t wären Sie ein ganz netter Mensch!“

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Man muß sich „nach der Decke strecken!“ Ja, aber nach der leichten, wärmenden, schützenden!

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Wenn eine Frau häßlich ist und es s p ü r t , wird sie entweder eine V i p e r oder eine H e i l i g e !

Wenn eine Frau schön ist und es s p ü r t , wird sie entweder eine H e t ä r e oder — — — eine r e i c h e H a u s f r a u!

Nun werdet ihr mir sagen: „Aber, Herr Altenberg, es gibt doch auch noch a n d e r e Menschen!“

Ja, im verklärten Lichte eures I d i o t i s m u s , nicht in dem düsteren Scheine unserer W e i s h e i t !

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Wenn eine schöne Frau „aus dem Leim gegangen ist“, so ist in ihr e i n e e w i g e T r a u e r . Aber das sieht nur der Dichter. Weil er selbst in ewiger Trauer ist über die Unzulänglichkeiten der Welt.

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Wenn man sich n i c h t umbringt, so lebt man weiter. Aber l e b t man wirklich weiter?!

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V e r l o g e n s t e s Wort: „Ich hab ihn s e h r g e r n, aber er geht mir auf die Nerven!“

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I d e a l e : Ich trage ihm e b e n s o g e r n das Nachtgeschirr hinaus als ich ihm den Tee serviere!

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„Sagen Sie aufrichtig, Herr Peter, ist Ihnen ein Stück Emmenthaler wie Sie sagen ‚mit tränenfeuchten großen Augen‘, nicht doch lieber auf einer silbernen Schüssel kredenzt mit silbernem Messer?!“

„Nein, auf einer lasierten Bauern-Tonschüssel und mit den Händen!“

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„Haben Sie also gar keinen Sinn für Raffinement?!“

„Ja, für das Raffinement idealer Finger, idealer Fußzehen, geraden Rückens, gewölbtesten Brustkorbes, federnden Ganges, der Eidechsenanmut, reinsten Teints, süßesten Atems und für das Raffinement leicht weinender Seele!“

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Keine Frau hat doch eine Ahnung, w a s ein Dichter ist, einer, der um alle Gemeinheiten und Ungerechtigkeiten der Welt sich abhärmt und daran krank wird! Für sie ist ein Dichter einer, was f ü r s i e schwärmt! Nebbich! K a n n man denn ernstlich für sie schwärmen, wenn sie nicht m i n d e s t e n s so zart, so nobel, so feinfühlig ist wie e i n e Dichterseele?!

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E i n s i c h t nehmen, in die Dinge des Lebens, Vorbereitungsklasse, sogenannte Taferlklasse, Abc-Taferlklasse des Lebens!

V o r a u s s i c h t : R e i f e des Lebens! Abiturium!

E i n s i c h t ist: Der Tag und die flüchtige vergängliche Stunde!

V o r a u s s i c h t : Die Ewigkeit! Die ewige E n t w i c k l u n g !

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„Ehret die Frauen! Sie flechten und weben — —.“

Aber n u r die, die wirklich flechten und weben!

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Was du an deinem Hunde an Zärtlichkeit v e r g e u d e s t , e n t z i e h s t du den Menschen. So groß, meine Liebe, ist dein Zärtlichkeitskapital j a d o c h n i c h t, daß du es n a c h a l l e n S e i t e n hin spenden könntest!

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Meine G e d a n k e n sind g u t ! Gebt i h r die guten Ta t e n dazu! Damit das G a n z e einen Sinn habe!

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Nachdem Dr. Egon Friedell das tiefste Buch geschrieben hatte, über das m o d e r n e W e r d e n, über mich, hat er mich prompt v e r l e u g n e t ! Weil die a n d e r e n das Buch nicht v e r s t a n d e n haben, absichtlich nicht verstehen w o l l t e n ! Nicht ein jeder ist eben zum M ä r t y r e r s e i n e r höheren E r k e n n t n i s s e geboren! Es muß auch — — — g u t e Schriftsteller s c h l e c h t w e g geben!

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Man kann nur g u t e G e s c h ä f t e machen wollen, nicht schlechte! Auch „s c h e n k e n “ muß ein recht günstiges Geschäftchen sein, das man im stillen mit seiner eigenen Seele effektuiert! Ein nettes Profitchen an i n n e r e r Befriedigung muß dabei herausschauen!

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Auf dem Antlitz eines jeden steht es genau eingeschrieben und deutlich abzulesen, ob er einem eine besonders feine Zigarette mit Freuden oder mit Leid anbietet!

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Dichter sein ist, ein besseres G e d ä c h t n i s haben für Eindrücke, für schlechte und gute! Das rumort dann in einem und will irgendwie heraus! Einem Dichter kommt es zufällig bei der Seele heraus!

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Jeder Mensch will sich ununterbrochen über irgend etwas h i n w e g t ä u s c h e n . Dazu sollen ihm d i e a n d e r e n behilflich sein. Die es n i c h t tun, sind dann „unliebenswürdige Naturen“!

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Die Lebenskunst ist, jemandem eine e n t s e t z l i c h e Wahrheit sagen können, o h n e daß er beleidigt ist! Seine Waffe nämlich ist: „Ich bin beleidigt!“ Du mußt in der Lage verbleiben, ihm noch einen zweiten und dritten Schuß zu versetzen. B e l e i d i g t darf einer erst sein, bis es m i r paßt, nicht i h m !

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„Sagen Sie mir, daß ich gut aussehe!“ „Bezahlen Sie mir dafür zehn Kronen?!“ „Ja!“ „Soviel ist es Ihnen wert?! Sie sehen miserabel aus!“

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Es gibt, nach Gottes Plänen, nur eine Entwicklung n a c h a u f w ä r t s. Aber e i n j e d e r muß dazu extra noch ein bißchen b e i t r a g e n , daß es doch nicht vielleicht zufällig n a c h a b w ä r t s gehe! Auch d a s liegt nämlich in Gottes Plänen!

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England hat sich für Belgiens Neutralität eingesetzt, die D e u t s c h l a n d mißachtet hat?! Hätte sich England auch für Belgiens Neutralität eingesetzt, wenn F r a n k r e i c h sie mißachtet hätte?! Nun also!

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Japan läßt sich in europäische Interessensphären hineinziehen. Das heißt, es läßt sich a u s n ü t z e n und a n s c h m i e r e n ! Wenn nur alle wüßten, daß es in keiner Sphäre des menschlichen Wirkens keine Freundschaft nicht gibt, sondern n u r Geschäftchen!

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Kann man von seinem „behandelnden Arzte“ verlangen, daß er uns frage: „Hat Sie vielleicht Ihre Geliebte geärgert?!?“ Also, dann k a n n man, s o l l man von seinem „behandelnden Arzte“ g a r n i c h t s verlangen! Er hätte nämlich als a n s t ä n d i g e r M e n s c h hunderttausend Fragen zu stellen! Aber das wäre geradezu u n a n s t ä n d i g ! Er fragt daher diskret: „Magen?! Darm?!“ Sexuelle Dinge fragt er schon nicht. „Sie sollten eine Zeitlang, sechs Monate, k e u s c h leben!“ Arzt, Mensch, Ochs, willst du deine „P r a x i s “ denn ganz einbüßen?!? Sei also nicht naseweis!

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„Wenn ich dir sage, du habest ‚s e m m e l g e l b e ‘ Haare, bist du gekränkt, Geliebte. Wenn ich dir sage ‚w e i z e n g e l b e ‘ Haare, bist du versöhnt. Wenn ich dir sage ‚sonnengelbe‘ Haare, bist du b e f r i e d i g t !“

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Die reichen Juden haben die Nüchternheit erfunden! „As ma Geld hat, was braucht ma Schnaps?!“

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Zeit-D i e b i n n e n : „Können Sie sich morgen vielleicht von 6–10 f ü r m i c h freimachen?!“

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„Für jemanden muß man doch um Gotteswillen da sein, der einen brauchen kann!“ sagte der Mann und ließ sich von einer Wanze sein Blut wegtrinken!

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Er sagte nicht „G e l i e b t e “ zu ihr, denn das ist k e i n E h r e n t i t e l. Er sagte: „Du M e h r e r i n meiner Lebensk r ä f t e !“

An eine herzlose Kokette: „Mit einem Wort, Fräulein, wo Sie hintreten, wächst kein Gras mehr!“

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Schlecht sein ist gar nicht so schlecht wie d u m m sein!

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Der Dumme hat eine Ausrede für sich. Daß er dumm ist. Das ist das Gefährliche. Daß man es für eine E n t s c h u l d i g u n g hält. Es ist — — — eine A n k l a g e !

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„Der flämische Dichter Emile Verhaeren hat eine gewisse wenn auch entfernte Ähnlichkeit in seinem Naturempfinden wie Sie, Herr Peter!“ sagte eine schöne Dame zu mir.

„So, findet er auch, daß Spinat die s c h ö n s t e , weil die g e s u n d e s t e Pflanze ist?!?“

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Wenn man immer s i c h b e s i n n e n würde: Dr. Herbert Fr. hat mit 28 Jahren den Heldentod erlitten, kann nicht mehr En-Aala dickes Format rauchen, nicht mehr e i n s c h l u m m e r n und gestärkt e r w a c h e n , nicht mehr Mitzi Thumb bewundern, nicht mehr froh sein seiner ökonomischen Sorgenlosigkeiten — — — nun, was w ä r e dann?! Dann würde man ihn vielleicht n o c h i m m e r um seinen raschen leichten Heldentod b e n e i d e n !

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Eigenlob — duftet: „Ich habe n i e einen Taktfehler begangen, außer, wenn ich ihn begehen w o l l t e !“

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Wenn du ein Schwein schlachten zusehen kannst, ein Reh erschießen, einen Fisch abschlagen, dann kannst du auch eine Menschenseele abschlachten!

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Wieviel edle Rücksicht haben Frauen für ihren Papagei, der nur ewig „Lora“ schreit, und wie wenig Rücksicht für ihre Dienstboten!

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Die E h r e einer Mutter müßte es sein, ihr Töchterchen b e s s e r , t i e f e r zu verstehen, als es Tolstoi, Dostojewsky, Hamsun, Altenberg v e r s t ü n d e n , wenn sie sie k e n n e n l e r n t e n! Aber sie verstehen sie s c h l e c h t e r , f l a c h e r sogar als ein jeder ihrer konventionellen begehrlichen Liebhaber und Verehrer! Und dann beklagt sich die Mutter über „Entfremdung“! Sie, diese F r e m d e s t e !

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Mein Stubenmädchen und das reizende böhmische Küchenmädchen hatten direkt nichts mehr zu beißen. Infolgedessen kauften sie sich für das letzte Geld die Delikatesse „Wassermelone“, eine riesige dunkelgrüne Kugel, innen fleischfarbig mit schwarzen Kernen, aßen sich t o l l und v o l l , und hatten die ganze Nacht Bauchkrämpfe. Als ich ihnen Vorwürfe machte, sagten sie: „Etwas will man doch auch um Gotteswillen von seinem Leben haben!“ Ja, B a u c h k r ä m p f e !

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Die Natur zeigt uns, daß der Spätherbst nicht minder prächtig, anziehend, romantisch ist als der Vorfrühling! Jedes hat s e i n e Prächte! Geist und Seele seien e u r e Prächte, S p ä t h e r b s t l e r !

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Sich a l t e r n f ü h l e n, heißt, daß man schon längst alt ist und vielleicht i m m e r war! „Solang mir noch mein Zigarrl schmeckt“, ist nur eine senile Stupidität. „Solang mich noch die Almwiese freut“, ist eine jugendliche Menschlichkeit!

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Wenn der Patient doch wenigstens ganz a u f r i c h t i g , ganz w a h r h e i t s g e t r e u dem Arzte sein Leiden schildern möchte! Dann würde der Arzt n o c h w e n i g e r verstehen als bei einer für s e i n e Auffassungskraft a d a p t i e r t e n Schilderung seitens des Kranken! Dieser erzählt eben nur gerade so viel als er glaubt n o c h verstanden zu werden! A l s o gar nichts Wahres über seine eigenen Mysterien und Rätselhaftigkeiten! Ich bin nicht gegen d a s , was die Ärzte w i s s e n ! Ich bin nur gegen das, was sie n i c h t wissen! Ich bin gegen d a s , was sie zu wissen g l a u b e n ! S k e p t i z i s m u s über sein Wissen ist: Entwicklungs-M ö g l i c h k e i t zu Neuem, Besserem! Also fast schon R e l i g i o n ! A d a s t r a !

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Wes Brot ich esse, des Lied ich singe!

Das sagen auch so viele d a d u r c h a l l e i n anständig gebliebene Frauen.

Aber ist das wirklich etwas so Heroisches?!

Viel heroischer wäre vielleicht: Wes Brot ich esse, des Lied singe ich noch lange nicht!

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Alle Menschen machen sich etwas vor, das heißt sie machen es natürlich n i c h t , aber sie h o f f e n es, ohne ernstlich davon überzeugt zu sein. Außer die ganz Stupiden! Nur dem Dichter können sie nichts vormachen, daher v e r e h r e n sie ihn, weil sie nicht den M u t haben, ihn zu h a s s e n , as er doch a D i c h t e r is! Aber g e r n haben sie d e n nicht, der weiß, w a s für ein Klumpert sie sind!

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Etwas Schreckliches a u s H a ß zu sagen, d a s verstehe ich. Aber etwas a u s H e t z zu sagen, damit sich einer „g i f t e t “, d a s verstehe ich n i c h t . Worte seien G e s c h o s s e in einem e r n s t e n Wortgefechte!

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Ein jeder hat sein „P a c k e r l “ hienieden zu tragen. Am schwersten der D i s k r e t e , der niemand davon erzählt. Der andere gibt wenigstens einen Teil der Last ab, an den Tragesel, den er mit seinen Erzählungen b e l ä s t i g t !

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Wenn man denkt, welche M ä n n e r n i c h t erhört werden, und welche S k i e r -M a t a d o r e erhört werden, dann — — — weiß man a l l e s !

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Kannst du eine Frau zärtlich liebhaben im Momente, da sie gähnt oder das Gähnen mit Anstrengung zu unterdrücken sucht?! Siehe, solcher Augenblicke gibt es aber Hunderttausende!

„Weshalb sind Sie so streng mit uns, Herr Peter?!“

„Seid ihr nicht n o c h s t r e n g e r mit uns, die wir doch nicht a n m u t i g zu sein haben!?“

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Die Roheit der Menschen zeigt sich nicht erst im Krieg, sondern bereits im privaten friedlichen Verkehre!

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Der H o c h s t a n d der Chirurgie beweist n u r den T i e f s t a n d der „i n t e r n e n Medizin“! Statt zehn Jahre v o r h e r den Krebs zu diagnostizieren und zu h e i l e n , o p e r i e r t man den bereits u n h e i l b a r gewordenen zehn Jahre s p ä t e r !

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L a d a n s e u s e .

Tu as deux chances — — — ta d a n s e et ton l i t !

La danse est éternelle, et le corps f l é t r i t !

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B r i e f w e c h s e l .

„Venez demain avec moi au théâtre. Et puis, nous verrons!

Sophie.“

„N o n , je ne viendrai pas. La manière dont vous avez donné la main à monsieur B. de G., m’a fait s u b i t e m e n t écrouler t o u t e s m e s t e n d r e s s e s, comme Messine sous la cendre fatale!

P. A.“

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Ein junges Mädchen, das in meinem Zimmerchen an der Wand einen gelben getrockneten Dornrochen hängen sah, sagte: „Er sieht aus wie ein kleiner Teufel! Aber die wirklichen Teufel sind die, denen man es gar nicht ansieht!“

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„Weshalb haben Sie diesen schrecklichen Fisch über Ihrem Bette hängen, diesen Dornrochen?! Gefällt er Ihnen vielleicht?!“

„M ä r c h e n w u n d e r w e l t des Meeres! Aber das verstehen Sie nicht, mademoiselle!“

„O doch! Ein anderes Wort für ‚Exzentrizität‘!“

„Jawohl, ein a n d e r e s Wort!“

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„Herr Peter, Ihre kleinen Sachen — — —.“

„Sie meinen wohl meine k u r z e n Sachen — — —.“

„Also gut, Ihre k u r z e n Sachen, aber weshalb so kleinlich und empfindlich sein?! Ich wollte ja sagen: gefallen mir sehr gut!“

„Ja, wollten Sie mir denn vielleicht sogar mitteilen, daß Ihnen meine k l e i n e n Sachen auch noch m i ß f a l l e n ?!“

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Peter, Sie sind ein guter Dichter. Aber Sie wären ein e b e n s o g u t e r Cafetier, Hotelier oder Geschäftsmann geworden! Sie sehen nämlich bei j e d e r Sache, die Sie sehen, a l l e i h r e S e i t e n, und nicht nur wie wir, immer nur gerade d i e Seite, die uns zu sehen paßt! Insofern wären Sie ein schlechter Ehemann, ein schlechter Liebhaber. Denn die m ü s s e n die Beschränktheit haben, auch die ihnen nicht konvenierenden Dinge n i c h t z u s e h e n!

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A n M i t z i T h .

Es ist leichter, g a n z auf Sie zu verzichten als, wenn Sie sich bücken, n i c h t die Hand segnend auf Ihr braunes Haar zu legen!

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A l l e s kann man in der Welt, nur das eine nicht: einem Mädel, dem man einmal zwanzig Kronen geschenkt hat, ein nächstesmal zehn Kronen geben. D a s kann man n i c h t !

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W e l t e n l i e b e :

Könnten Sie auch ein Liebesverhältnis haben mit einem edlen Mineral oder mit Spinat?! Mit a l l e n Dingen dieser Erde, n u r n i c h t mit einer häßlichen Frau!