Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 121 von 204

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Fechsung

Kriegslied einer Fünfzehnjährigen

KRIEGSLIED EINER

 

FÜNFZEHNJÄHRIGEN

 

Er stand monatelang jedesmal an der Ecke der Straße,

wo ich vorübergehen mußte, halb elf vormittags.

Dann schrieb er, er könne, er wolle ohne mich nicht mehr leben. Es schmeichelte mir riesig, aber ich dachte: Wie

komme denn ich gerade dazu, sein Leben ihm zu erhalten?!

Gestern ging ich zufällig beim Kriegsministerium vorüber, und las die Liste der Gefallenen. Er war darunter. Ich dachte: Vielleicht ist er mit meinem Namen

auf den Lippen gestorben.

Da bin i c h a l s o d o c h d a z u g e k o m m e n, ihm bei

seinen Lebzeiten zu helfen!