Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 195 von 204

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Fechsung

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Frau E. v. W. sagte zu mir: „Wenn ich, ganz nach Ihren Prinzipien, stumm, in mich gekehrt, dasitze, werden Sie sich doch, nach Stunden, mit mir schrecklich langweilen und sich eine fesche Ungezogene herbeiwünschen, nicht?!“

„Allerdings! Aber es wird dann nur m e i n e Inferiorität beweisen, nicht die I h r e !“

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„Bin ich Ihnen, mein Herr, nicht doch zu wenig leblos, temperamentlos, zu fad?!“

„Mir n i c h t , solang ich spüre, daß Sie es den anderen e b e n s o sind!“

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„Denk dir, Mietzi, ich hab dem Peter seine Monatsrente entzogen!“

„Hat er sich gegiftet?!“

„Nein. Er hat nur gesagt, er kann vor Sorgen nun nicht mehr so ganz frei dichten!“

„Gott sei Dank!“

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„S c h ö n e Frauen sind eigentlich sehr g u t m ü t i g , sie freuen sich, daß sie w e g e n n i c h t s so gefallen! Was sie u n g u t m ü t i g macht, ist ja n u r das Gefühl, daß man sich b e s o n d e r s l a n g nicht anschmieren lassen wird!“

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W i r k l i c h e W e r t e ? ! Lächerlich. Duftet die Rose d e m , der Schnupfen hat?! Und dem anderen, der k e i n e n hat, bereitet sie vielleicht nur M i g r ä n e !

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„Ich möchte mit Ihnen etwas g a n z A u ß e r g e w ö h n l i c h e s erleben, Herr Franz, ich lasse mir und Ihnen dazu vier Wochen Zeit!“

Für diesen Ausspruch drückte er ihr zärtlichst die Hand.

Da war es s c h o n erlebt!

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Einer sagte zu mir: „Ich hab eine erst w i r k l i c h g e r n, bis ich s i e g a n z g e h a b t hab!“

„Da hat sie Ihnen früher wahrscheinlich w e n i g e r gegeben durch ihre Persönlichkeit!“

„Nein, aber es ist halt doch e t w a s g a n z a n d e r e s!“

„Ja, etwas g a n z a n d e r e s ist es allerdings!“

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Es ist keine große Kunst, überall das F ü r und W i d e r einer Sache herauszustöbern; aber es n i c h t herauszustöbern ist ein Kretinismus!

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T r a u e r .

Die Träne, die du trocknest, macht einen geliebten Verstorbenen erst vertrocknen, der bis dahin unter deinem Naß gediehen ist!

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Wenn Kürze des Witzes S e e l e ist, wenn Kürze des Essays S e e l e ist, wenn Kürze der Novelle S e e l e ist, dann, dann — — — bin ich k u r z !

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Die g a n z f e i n e n Damen sind ebenso brutal-ordinär wie die g a n z o r d i n ä r e n Damen. Nur merkt man es nicht so o r d i n ä r . D a s ist das F e i n e an ihnen!

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Meine Bücher: Eine organische natürliche Verbindung einer inneren B i o g r a p h i e mit einer inneren W e l t a n s c h a u u n g !

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Es ist wie gesagt keine große Kunst, alle Dinge des Lebens von allen ihren Seiten z u g l e i c h betrachten zu können. Aber es n i c h t zu k ö n n e n ist eine B e s c h r ä n k t h e i t !

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Wenn jeder n u r das leistete, was er leisten k ö n n t e !

„Aber er leistet das, was er leisten m ö c h t e !“

Und das ist viel zuviel zuwenig!

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D e r K r a n k e .

Wir brauchen Schlaf, nur Schlaf, diesen r ü c k s i c h t s v o l l s t e n Bruder dieses r ü c k s i c h t s l o s e s t e n Bruders, Tod!