Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 189 von 204

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Fechsung

Autogramme

 

Fräulein P. Sch.! Ihnen danken?! Ja, da müßte man ja auch ununterbrochen der Sonne danken, daß sie Licht und Wärme spendet! Das wäre ja zu strapaziös!

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An Fräulein...: Glauben Sie mir, Sie irren sich, ich kann Ihnen w i r k l i c h gar nichts bieten! Denn das Bieten hängt n i c h t vom Reichtum des G e b e r s , sondern vom R e i c h t u m d e s N e h m e r s ab!

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An die junge Frau...: Sagen Sie über mein Buch: „Ja, ich habe es dringend g e b r a u c h t !“ Oder: „Nein, ich habe es n i c h t gebraucht!“ Aber sagen Sie nur nicht: „Wirklich, sehr interessant und apart!“

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Einem Freunde, der ihn angeblich ganz besonders gut versteht: „Du gleichst d e m Geist, den d u begreifst, nicht m i r !“

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Lieber Freund, ich bin keine K r ü c k e für die L a h m e n , ich bin ein Flügel für die G e h e n d e n , daß sie s c h w e b e n können!

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Sie fragen mich: „Soll man also seine zärtlich Geliebte eigentlich n i c h t liebhaben?!“ O ja, aber immer n o c h m e h r die huschende Smaragdeidechse, die tirilierende Lerche, den schweigenden Wald!

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Viele, die mir f o l g e n , glauben, daß sie sich einem A b g r u n d nähern! D i e s e sollen nur abstürzen!

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Zum D i c h t e n gehört vor allem G e d ä c h t n i s ! Man muß nämlich an alle s c h ö n e n und alle h ä ß l i c h e n , an alle g e m e i n e n und alle u n g e m e i n e n , an alle l ä c h e r l i c h e n und an alle t r a g i s c h e n Dinge des Lebens z u g l e i c h denken können!

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J e d e Liebe muß die Form einer exzentrischen und hysterischen Sentimentalität annehmen; sonst steht es doch g a r n i c h t d a f ü r, sich diese U n b e q u e m l i c h k e i t a u f z u b ü r d e n!

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Viele Menschen, mit denen man verkehrt, geben einem noch immerfort, wie die Lehrer im Gymnasium, Sittennoten, Sittenpunkte. „Das, Herr Peter, ist w i r k l i c h s e h r n e t t von Ihnen! Das wieder ist r o h u n d g e m e i n! Heute sind Sie i n S t i m m u n g! Heute sind Sie u n a u s s t e h l i c h !“ Ich mache daher alle diese W o h l m e i n e n d e n aufmerksam, daß wir zwar längst n i c h t m e h r im Gymnasium uns befinden, daß sie mich aber t r o t z d e m alle nach wie vor — — — —!

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An Paula Sch.: Die meisten Menschen gehen n u r ihre Wege, aber die Dichter gehen ihre Wege und auch I h r e Wege! Weshalb ich das gerade an Sie schreibe?! Weil n u r Sie das ganz v e r s t e h e n ! Soll ich es einer schreiben, die sagt: „Sehr tief, aber was bedeutet es?!“

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Ich schenke Ihnen, Fräulein, mein Buch. Es ist nicht f ü r S i e geschrieben, aber a u s I h n e n h e r a u s!