Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 5 von 204

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Fechsung

St. D.

 

Er wußte, daß ihr brauner Leib

(er liebte jedes Härchen ihrer dunklen Achselhöhlen,

die er ein einziges Mal bei ausgestrecktem Arm und

weiten Seidenärmeln erblickt hatte),

er wußte, daß ihr brauner Leib

in Zärtlichkeiten triefte bei dem andern.

Dies nahm er als unabwendbares Geschick,

wie Verarmung, Krankheit, Sterben.

Ja, es erzeugte sogar der süßen Selbstlosigkeit

bittere Wollust.

Er war gewappnet, stand, ein düsterer Ritter, an

den schweren Toren ihrer leichten Seele.

Doch als sie dem dritten aus seinem Wermutglase den Zwiebackbrocken mit den Fingern fischte,

und jener den so geheiligten Wein ihr zutrank,

da wurde er entwaffnet, zog sich zurück von seinem gefahrvollen Posten am schweren Tore ihrer leichten Seele, ging langsam die weiße Landstraße hinab, und seine Schritte zogen müd dahin.