Fechsung
Ausblicke
Es gibt nichts G e m e i n e r e s , nichts H e i m t ü c k i s c h e r e s als den Mann, der, in seiner Herzensangst, seiner Frau, seiner Geliebten, b ö s e e r n i e d r i g e n d e Dinge sagt über d e n , der ihr zärtlichst, anbetend zu Füßen sinkt!
Es gibt nur e i n e richtige Methode: Der Freund s o g l e i c h d e s s e n zu werden, der o h n e Besitzglück fast d i e s e l b e Zärtlichkeit aufbringt!
Wir wollen g e m e i n s a m ihr Leben verschönern, Fritz, e r l e i c h t e r n vor allem, e r l e i c h t e r n ! Denn jede junge zarte schöne Frau lebt schwer mit e i n e m ! Sie war verwöhnt, seit jeher, von Kinderfrauen, Stubenmädchen, Köchinnen, Eltern, Brüdern, Onkeln, Besuchern, ja von der Schneiderin, bei der sie anprobierte, und von dem Schuster, ihrer Füße wegen. Der Handschuhmacher sogar sagte stets: „So zarte lange Finger, da wird kein Handschuh passen, die kleinen sind zu kurz, die großen sind zu groß!“
Wie also willst du sie befriedigen, du Glücklicher, der du sie g a n z besitzest, das heißt also w e n i g e r als a l l e a n d e r e n?! Schließe doch s o g l e i c h Freundschaft mit d e m E d l e n, der dir deine Aufgabe e r l e i c h t e r t , sie glücklich, sie zufrieden zu machen! Und das willst du ja doch vor allem, oder vielleicht nicht?!
Schau, es will sie dir ja keiner w e g n e h m e n , man bringt ihr Blumen und verehrt sie. Und schließlich, auf das bissel „Körper“ kommt es ja doch nicht an!
Sie soll z u f r i e d e n sein. D a s ist es v o r a l l e m. Laß dir doch dabei ein bißchen h e l f e n . A l l e i n bringst du es ja doch nicht zustande!