Fechsung
Humanitas
Mein Kind, mein Geliebter, meine Schwester, meine Tante, mein Hund! Aber nie: Meine M e n s c h h e i t ! M e i n e tausend Brüder und Schwestern, die u n b e k a n n t e n , und dennoch s o g u t bekannten wie die, deren Familiennamen man z u f ä l l i g kennt!
„Gibt es ein Wesen, das sich so freut, wenn ich nach Hause komme, wie mein Hund?!“
Nein, denn er lebt Tag und Nacht von deiner ü b e r t r i e b e n e n l ä c h e r l i c h e n Zärtlichkeit, e r p r e ß t sie ununterbrochen durch Wedeln und ängstlich Schauen, macht dich, ein geschickter ungeheurer schäbiger Hunds-Egoist, zum Sklaven seiner teils sentimentalen, teils r e e l l e n Bedürfnisse! Ein geliebter und verwöhnter Hund ist s t e t s das Sedan, das Waterloo einer Seele, die in dem e h r l i c h e n Krieg, dem unerbittlichen Krieg des Lebens, zu s c h w ä c h l i c h , zu m i n d e r w e r t i g war, zu siegen! Habe die Kraft, nach Hause zu kommen, müde, erschöpft, e n t t ä u s c h t vom Leben, ohne daß dich ein Köter, den du auffütterst mit Wurst und Zärtlichkeiten, b e f r i e d i g t und tröstet durch sein feiges Schweifwedeln! Habe einfach die Kraft, zu leben, zu wirken, o h n e auf die Anerkennung minderwertiger Organisationen zu reflektieren!