Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 42 von 204

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Fechsung

Paulina

 

Ich hab „erwarten“ nie gekannt!

Wirklich nicht! Es ist keine Überhebung. Ich hab es nicht gekannt. Wenn sie kam, kam sie. Wenn sie nicht kam, kam sie nicht. Kann ich sie zwingen?!

Man hat so viel Verpflichtungen, Vergnügungen! Soll ich erst fragen, um die Wahrheit oder die U n w a h r h e i t zu erfahren?! B e i d e s ist wahr. Wahr ist, daß sie n i c h t kam! Ich hab „erwarten“ nie gekannt.

J e t z t kenn ich es.

Süß-bitter, bitter-süß schmeckt’s auf der Seele!

Wie wenn man einem durstigen Tier den Wassernapf zeigte, und ihn zurückzieht. Dennoch sieht er ihn und weiß, er ist! Genug V e r g l e i c h e ! Wer d e n nicht versteht, versteht den anderen a u c h n i c h t!

Viele Dichter haben schon tief geschrieben über die Erwartung. Ich aber sage: D ü r s t e n d e s Tier, du s i e h s t den

Wassernapf und darfst nicht t r i n k e n !