Fechsung
Schule des Lebens
Sie war eine „f r e c h e F l i e t s c h e n,“ das heißt sie war es g a r n i c h t, sondern sie wartete v e r g e b l i c h und e n t t ä u s c h t auf die jedesmalige Ohrfeige, die man ihr hätte u n b e d i n g t geben m ü s s e n für eine jede ihrer Frechheiten! Aber man lachte, wurde nur verlegen, oder ü b e r h ö r t e es. Denkt euch einmal ein Schulmädchen, dem der erste Lehrer alles a b s i c h t l i c h nachsieht, weil, weil, weil — — — weil sie ihm s y m p a t h i s c h ist! „Der Anna g’schieht nix, die darf sich alles erlauben bei unserm Herrn Klassenlehrer! Mir hätten schon tausendmal etwas Fades abschreiben müssen! Aber die Anna ist ja der L i e b l i n g !“ Ja, der „Liebling“ ist ein v e r l o r e n e s , u n g l ü c k s e l i g e s , schamlos z u g r u n d g e r i c h t e t e s W e s e n! D i e haben es „am Gewissen“, die es l i e b haben!