Fechsung

Peter Altenberg · Kapitel 161 von 204

PDF-Seiten

Fechsung

Gedicht der Lioschka

 

Roter Stadl.

„Graue kahle schlanke Birken, Märzende, i c h g r ü ß e e u c h! Ich gönne den Fremden n i c h t diesen melancholischen Anblick — — —. Ach, sie schauen ja sowieso nicht zu euch hin, geliebte Bäume, die ihr in den blauen kühlen Himmel vielverästelt hineinragt! Mir gehört ihr allein, m i r , und selbst die Vögel warten auf euch erst, bis ihr grün seid! Bis ihr zum Nestbau taugt!

M i r gehört ihr, m i r , zu allen Zeiten des Jahres, und wenn man euch zersägt und fällt und zerschneidet, werde ich auf euren bleichen gelben Stümpfen kauern, und nichts denken, nichts fühlen, sondern trauern!“

*

Sie sagte: „Der ‚Rote Stadl‘ ist mein Hauptprüfungsgegenstand, er ist die Matura des Liebenden! Je nachdem einer sich dort benimmt, hab ich ihn gern oder verachte ihn!“