Feuerblut, Die Reise zum Frostpalast

Aisling Fowler · Kapitel 36 von 59

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Feuerblut, Die Reise zum Frostpalast

36. Kapitel

 

 

»Wir müssen sofort hier raus!«, keuchte Sechs. Er bückte sich und nahm die ohnmächtige Britt auf die Schulter. Die anderen flohen vor der sitzenden Gestalt, aber Phönix war wie erstarrt, ihr Herz hämmerte, und ihre Beine waren taub und unbrauchbar.

Die Wirbelsäule der Statue war stocksteif, die Handflächen hatte sie auf den Deckel ihres Grabes gelegt. Vollkommen reglos saß sie unter ihrem Baldachin, als wäre sie so gemeißelt worden.

Phönix zwang sich zu sprechen. »Sie bewegt sich nicht mehr«, flüsterte sie, und eine unbegründete Hoffnung stieg in ihr auf. »Ich glaube …«

Sie unterbrach sich, als die Statue langsam den Kopf wandte und sie ansah. Im Licht des Mondsteins waren ihre Augen von sich windenden, schmierigen Schatten erfüllt, genau wie die des Bersters und des Lefzenleckers neulich.

»Phönix?« Sechs’ Stimme bebte.

»Wie macht der Schattensaum das nur?«, murmelte sie, während ihr Herz panisch klopfte.

Mit fester Entschlossenheit drehte sich die Gestalt von ihr weg, schwang zunächst ein Bein seitlich von ihrem Grab, dann das andere. Sie ließ sich auf den Boden fallen, bevor sie sich langsam aufrichtete, um sie erneut anzusehen.

Winnie stieß einen hohen, durchdringenden Warnton aus und wedelte heftig mit dem Schwanz.

»Los, los, los!«, rief Phönix und schob die anderen auf den Tunnel zu, durch den sie hereingekommen waren.

Wenn eine Statue sich so bewegen konnte, was sollte dann alle anderen davon abhalten, das auch zu tun? Sie würde nicht warten, bis sie es herausfand. Vor ihr rannte Zenith, dahinter Fliss und Sechs, der unter Britts Gewicht schwankte.

Wo war Fünf? Voller Angst verlangsamte Phönix ihre Schritte, um nach ihm Ausschau zu halten, da war er plötzlich neben ihr, legte sich ihren Arm über die Schulter und schrie sie an, sie solle schneller humpeln. Er umklammerte weiterhin den Mondstein, in dessen Licht sie gleichen Schatten in den Augen aller Statuen sah, die zum Leben erwachten. Weiter vorne versuchte Zenith Hexenlichter heraufzubeschwören, um sie alle zum Eingang zu leiten, aber die blieben weiterhin immer nur ein paar Sekunden lang sichtbar. In ihrem flackernden Licht sah Phönix weitere Skulpturen, die sich zu bewegen begannen und langsam die Köpfe wandten.

Die Schmerzen in ihrem Bein und ihrem Arm waren beinahe unerträglich, und sie atmete in heftigen abgehackten Zügen.

Von einem der Gräber schoss eine eisige Hand hervor, und Phönix gelang es gerade so, darauf einzuhacken, bevor sie gepackt wurde. Krachend zerbarst die Hand, brach von der Statue ab und fiel in Einzelteilen zu Boden. Die Statue setzte sich auf, den dunklen, wabernden Blick auf Phönix gerichtet. Den Verlust ihrer Hand schien sie gar nicht bemerkt zu haben.

»Lauf weiter«, keuchte Fünf, den Arm fest um ihre Taille geschlungen, als er spürte, wie ihre Kräfte nachließen. »Wir haben es gleich geschafft.«

Das hatten sie nicht. Die anderen waren weiter vorne, aber Phönix spürte, wie sie selbst langsamer wurde. Ihr Bein fühlte sich bleischwer an. Es zitterte, sobald sie es belastete.

»Warum gehst du nicht weiter vor?«, sagte sie atemlos zu Fünf. »Ich komme gleich nach.«

»Netter Versuch.« Fünfs Stimme klang barsch, sein Gesicht wirkte verhärmt im Licht des Mondsteins. »Ich lass dich nicht allein. Lauf. Schneller.«

»Ich versuch’s ja«, zischte Phönix, als sie erneut von Schmerz durchzuckt wurde.

Vor ihnen rollte sich eine Statue mit überraschender Geschwindigkeit auf den Boden. Phönix hob die Axt, aber Fünf war schneller, und trennte der Statue mit einem raschen, sauberen Schlag den Kopf ab. Phönix stolperte hinter ihm her und benutzte ihre Axt dabei als Krücke, bis sie den Arm wieder um seine Schulter legen konnte. Vor ihnen kletterten immer mehr Skulpturen von ihren Ruhestätten und wandten sich ihnen zu. Sechs, Zenith, Fliss und Britt waren schon fast an der Tür, aber Fünf und Phönix wurden abgeschnitten, als sich die Statuen wortlos zwischen ihnen und dem Eingang sammelten.

»Hier entlang«, keuchte Fünf und zog sie zwischen den Gräbern hindurch in eine andere Reihe. Aber es nützte nichts, auch hier standen Statuen.

Halb keuchend, halb schluchzend blieb Fünf stehen. Der Weg vor ihnen war versperrt, und zwischen allen Gräbern versammelten sich immer mehr Eisgestalten.

Phönix warf einen verzweifelten Blick über die Schulter, um zu sehen, ob sie sich zurückziehen und einen anderen Weg suchen konnten, aber sie waren von allen Seiten umzingelt. Alle Statuen traten gleichzeitig einen Schritt vor und rückten langsam näher.

»Phönix«, flüsterte Fünf mit schwacher Stimme, »was sollen wir tun?«

Phönix biss die Zähne zusammen und versuchte ihr Gehirn in Gang zu setzen, aber ihre Gedanken schwirrten ziellos umher, vor lauter Panik konnte sie nicht klar denken.

Es war Winnie, der ihnen den Weg wies. Er kämpfte sich aus Phönix’ Fell frei, kletterte auf ihre Schulter und sprang auf das nächstgelegene Grab, auf dem jetzt niemand mehr lag. Dort blieb er mit erhobener Pfote hocken, sah mit durchdringendem Blick zu ihr zurück, dann huschte er den Pfosten hinauf auf den Baldachin über ihren Köpfen.

»Die Dächer der Gräber!«, rief Phönix Fünf mit rauer Stimme zu. »Wenn sie unser Gewicht tragen, können wir uns vielleicht von dort oben verteidigen. Kletter hoch!«

Einen Moment starrte er sie verständnislos an, dann hellte sich seine Miene auf. Er kletterte hinauf und drehte sich um, um auch Phönix stöhnend hochzuziehen. Der Eisbaldachin knarrte und knirschte unter ihrem Gewicht, aber er hielt.

Der Abstand zwischen den Gräbern betrug etwa anderthalb Meter, gerade noch richtig, um hinüberzuspringen.

»Komm«, rief Fünf. »Spring!«

Und dann war er drüben und stand auf dem Dach des benachbarten Grabs. Unter ihnen drehten sich Hunderte farbloser Gesichter nach oben, kalte Raubtiere, die ihre Beute witterten.

Phönix schnitt eine Grimasse. Ihr Bein behinderte sie, es war kaum in der Lage, sie zu tragen. Sie biss die Zähne zusammen und gab ihr Bestes, hoppelte so schnell sie konnte, bevor sie sich nach vorn warf. Fünfs Hände erwischten sie in der Luft, und mit Schwung zog er sie über die Lücke. Augenblicklich streckten sich gefrorene Hände aus und griffen nach ihren Knöcheln.

»Fünf! Phönix!« Sechs’ Stimme, hoch und panisch, hallte in der ganzen Krypta wider.

Phönix blickte auf und sah, wie die anderen vom Eingang aus zu ihnen herüberstarrten.

»Wir sind umzingelt!«, rief sie mit brüchiger Stimme.

Mit eiserner Entschlossenheit zerrte Fünf sie vorwärts und über den nächsten Zwischenraum hinweg. Der Aufprall jagte Schockwellen durch ihr verletztes Bein und ihren Arm, und sie schrie vor Schmerz auf. Keuchend zog Fünf sie immer weiter, und Phönix spürte, dass ihr Bein jetzt wirklich nachgab. Mit aller Kraft holte Fünf nach einer eisigen Hand aus, die sich nach ihr reckte, aber auf seinem Gesicht spiegelte sich die Verzweiflung.

Ihn so verzweifelt zu sehen, löste etwas in Phönix aus. Plötzlich wurde sie wieder von Hitze durchströmt. Überrascht stellte sie fest, dass sie vielleicht zu verletzt war, um eine Axt zu schwingen, aber nicht, um ihr Feuer einzusetzen.

»Zieh mich hoch«, keuchte sie.

»Du willst wieder versuchen, mich abzufackeln, oder?«, knurrte Fünf und trat nach einer Statue, der es fast gelungen war, auf ihr Grab zu klettern.

Die einzige Magie, die es da draußen noch gibt, stammt von Monstern. Plötzlich tönten seine Worte ohrenbetäubend in Phönix’ Kopf.

»Hältst du mich für monströs, weil ich über Magie verfüge?«, platzte sie heraus.

»Was?« Fünf starrte sie an. »Was soll das denn?«

Winnie wirkte genauso erschrocken wie Fünf und sah zwischen ihnen hin und her, während er verwirrt mit dem Schwanz zuckte.

»An dem Tag, als wir hier angekommen sind, hast du zu Zenith gesagt, dass Magie …«

»Und darüber willst du ausgerechnet jetzt reden?«, unterbrach Fünf sie. Wie zur Bestätigung schob sich eine eisige Hand hoch und griff nach seinem Knöchel. Er schlug energisch darauf ein, bis sie ihn losließ.

Phönix unterdrückte eine Woge der Panik. »Es ist nicht der ideale Zeitpunkt«, räumte sie ein, »aber es … hat mich beschäftigt.«

Fünf klappte den Mund auf und schloss ihn dann abrupt wieder. »Also gut. Ich kann verstehen, warum es dich gestört hat.«

»Du hast ziemlich große Angst vor Magie.« Phönix wich einer weiteren Hand aus. Ihr Herz raste unangenehm, aber das hatte plötzlich gar nichts mehr mit der Lage zu tun, in der sie sich befanden.

»Ich habe vor gar nichts Angst!«, rief Fünf und trat nach einer Statue, die versuchte, sich zu ihnen hochzuziehen. »Aber … äh … siehst du nicht, was hier los ist? Und daran ist Magie schuld!« Er wirbelte zu ihr herum und sprach schnell. »Wenn ich dich nicht kennen würde, hätte ich Angst vor dir«, sagte er ungeduldig. »Aber ich kenne dich, also habe ich keine Angst vor dir. Ist das klar?«

Phönix grinste.

»Also, kannst du jetzt bitte deine furchterregende Magie einsetzen, um uns zu retten?« Seine Augen funkelten auf eine Art, die ihr mehr Auftrieb gab, als er es sich hätte vorstellen können.

Sie strahlte. »Mal sehen, was sich machen lässt.«

Feuer durchströmte sie, wärmte ihr verletztes Bein und ihren Arm, brannte darauf, hinausgelassen zu werden. Sie war jetzt entschlossener denn je, es zu kontrollieren. Zu ihren Füßen versuchte noch eine Statue zu ihr hochzuklettern.

Klein. Kontrolliert.

Statt eines tosenden Sturms schoss ein einzelner Feuerball aus ihren Fingern. Er traf die gemeißelte Gestalt auf der Brust, ließ ihre rechte Seite schmelzen und schleuderte sie aus dem Kreis des Mondsteinlicht in die Dunkelheit. Phönix hielt begeistert den Atem an.

»Ja!« Fünf jubelte. »Das war großartig!« Dann, als weitere Statuen vorandrängten, fügte er besorgt hinzu: »Kannst du das noch mal?«

Sie konnte. Es war genau so, wie Nara es ihr nahegelegt hatte. Anstatt die Tür zu ihrer Macht weit aufzureißen, konnte sie sie nur ein Stückchen, einen Spaltbreit öffnen. Das Ergebnis war nicht weniger mächtig, aber viel kontrollierter. Eine Statue nach der anderen wurde weggeschleudert und in Stücke zerschmettert. Eissplitter glitzerten im Licht des Mondsteins, aber es kamen immer mehr.

»Wie lange kannst du das durchhalten?«, fragte Fünf ängstlich, als Phönix zwei weitere Statuen vernichtete.

Bevor sie antworten konnte, packte eine Hand sie am Knöchel und zog fest daran. Plötzlich stürzte sie und landete so fest auf dem Boden, dass es ihr den Atem verschlug.

»Phönix!«, rief Fünf und sprang neben sie. Aus der Ferne hörte sie auch Sechs schreien. Fünf schlug heftig auf die Statuen ein, die immer näher rückten. »Steh auf!«

Eine Statue beugte sich herab, packte sie an den Schultern und hielt sie mit festem Griff auf den Boden gedrückt. Das ausdruckslose Gesicht kam Phönix so nah, dass sie winzige, im Eis gefangene Luftblasen darin erkennen konnte. Dann meldete sich die Figur zu Wort.

»Ich sehe dich.« Ihre Stimme war entsetzlich rau und krächzend, und Phönix drehte sich vor Schreck der Magen um.

Sie hob eine Hand, um die Statue wegzustoßen, dann hielt sie inne. Die schmierigen Schatten aus den Augen der Skulptur liefen ihr langsam wie Sirup über die Wangen, tropften von ihrem Kinn, lösten sich in Rauch auf und verschwanden. Die Statue erstarrte, ihre Augen wurden wieder zu Eis, und ihr Körper war nicht mehr lebendig.

Fünf stieß einen überraschten Schrei aus und kurz darauf auch Sechs, Zenith und Fliss. Alle Gestalten waren reglos und ruhig, es waren einfach wieder Statuen.

Fünf war starr vor Entsetzen, dann blickte er zu Phönix. »Wer weiß, wie lange das anhält«, sagte er düster und schlug der Eisstatue, die sie festhielt, die Finger ab, damit sie sich ihrem Griff entwinden konnte. »Lass uns von hier verschwinden.«

Gemeinsam humpelten sie auf Sechs zu und hielten den Atem an, als sie sich zwischen den eng zusammengedrängten Statuen hindurchzwängten.

Phönix’ Herz hämmerte, bis sie wieder am Eingang angelangt waren. Sechs zog sie in eine feste, einarmige Umarmung, während er die ohnmächtige Britt weiterhin auf der Schulter hatte.

»Raus hier!«, rief Fliss und scheuchte sie alle zurück in den Gang, der zum See hinaufführte. »Schnell!«

Alle zusammen rannten sie durch den ansteigenden Tunnel, durch die Tür und über die Treppe hoch zur Oberfläche des Sees.

Oben sah Phönix in die besorgten Gesichter der Eismütter, und in ihren Ohren hallten die alarmierten Rufe wider. Dann kam Sieben auf sie zugerannt, gefolgt von Yelara und den übrigen Hexen.

»Geht es euch gut?«, rief die Oberhexe. »Sieben kam gerade zu mir. Sie sagte, ihr würdet angegriffen!«

Sieben erreichte sie als Erste, ihr Gesicht kreidebleich, als sie Sechs umarmte und dann auch Fünf und Phönix. »Ihr habt es geschafft«, keuchte sie. »Einen Augenblick dachte ich …« Phönix spürte, wie sie zitterte.

Sechs legte die ohnmächtige Britt in die Arme mehrere besorgter Hexen, die sie augenblicklich davontrugen.

»Wir müssen die Krypta versiegeln«, drängte Fliss Yelara. »Es besteht kein Zweifel, dass die dunklen Wesen dort Zutritt finden, obwohl wir immer noch nicht wissen, wie.«

»Einverstanden«, murmelte Yelara und wandte sich an die Hexen hinter ihr. »Wir werden dort unten so viele Verteidigungszauber und Abwehrmechanismen installieren wie möglich.« Sie holte tief Luft. »Und den Tunnel zerstören.«

Die Hexen erschraken.

»Es geht nicht anders«, sagte Yelara, »und wir müssen schnell handeln. Solange wir nicht wissen, was das alles verursacht, und es aufhalten können.«

Die meisten Hexen nickten, aber Phönix konnte erkennen, wie schwer ihnen das fiel. Schließlich befanden sich dort unten die Überreste ihrer Lieben.

Nachdem die Hexen unter dem See verschwunden waren, sackten Phönix, Fünf, Sechs und Zenith in fassungslosem Schweigen auf der Insel zusammen. Auch Sieben ließ sich nieder und schlang die Arme um die Knie. Sie war immer noch blass.

»Das«, stieß Fünf nach einer Weile zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, »war schlimmer als der Frostige Forst.« Er verlagerte sein Gewicht und warf Phönix einen vorwurfsvollen Blick zu. »Und kannst du dir in Zukunft bitte einen ruhigeren Augenblick für eine Aussprache aussuchen?«

Phönix brachte ein schwaches Lachen und ein Nicken zustande und wehrte die fragenden Blicke der anderen mit einer Handbewegung ab.

Zenith hockte zusammengesunken an den Stamm des Schlemmerbaums gelehnt. Aus jeder Pore ihres Körpers sprach die Erschöpfung. Fünf hob den Kopf und sah sie an. »Du warst nützlicher als gedacht«, sagte er widerstrebend.

Zeniths lautes Lachen kam für alle überraschend.

»Also gut«, räumte Fünf ein und lächelte. »Du warst mehr als nützlich. Ich gebe zu, dass du uns da unten mit dem Berster den Hals gerettet hast. Jetzt ist mir klar, dass eine Hexe in einer Jagdmannschaft wirklich eine gute Sache wäre.«

Zenith lachte immer noch, aber sie nickte Fünf zu. »Und mir ist klar, was eine Hexe daran reizen könnte. Das war …« Sie suchte nach dem richtigen Wort. »… unglaublich!« Ihr Grinsen strahlte heller als ein Hexenlicht. »Ich hätte nie gedacht, dass ihr alle so …« Sie brach ab und zuckte zusammen.

»Brillant seid?«, sagte Fünf hoffnungsvoll. »Geistreich? Gut aussehend?«

»Kompetent«, entgegnete Zenith trocken und erinnerte Phönix damit einen Moment auf unheimliche Art an Raureif.

Sechs grinste. »Ja, wir können alle ziemlich gut mit unseren Waffen umgehen. Du weißt schon, für aufgeblasene kleine Jäger.«

Phönix prustete und zuckte gleich darauf zusammen. »Hör auf, mich zum Lachen zu bringen! Das tut echt weh.«

Sieben beobachtete sie alle schweigend, ihre Wangen noch immer totenblass.

Zenith rappelte sich auf und reichte Phönix eine Hand. »Komm mit«, sagte sie. »Ich bringe dich besser ins Krankenzimmer. Du blutest überall.«

»Das kann ich machen.« Sieben sprang schnell auf und streckte auch die Hand nach Phönix aus.

»Schon gut.« Zenith winkte sie beiseite. »Ich habe sie.«

Phönix sah Siebens betrübten Gesichtsausdruck nicht, als sie sich von der jungen Hexe hochziehen ließ.

»Wie hast du das gemacht?«, fragte Zenith, während sie Phönix an Sieben vorbei zum Schlemmerbaum half und die anderen ihnen folgten. »Das mit den Äxten, als der Berster uns angegriffen hat? Die haben sich so schnell bewegt, dass ich sie kaum sehen konnte.«

»Ach.« Phönix zuckte mit den Schultern, und der Schmerz, der durch ihren Arm schoss, ließ sie zusammenzucken. »Reine Übungssache.« Sie hielt inne. »Und wie hast du das mit dem Schild gemacht, der uns plötzlich alle abgeschirmt hat?«

Zenith begegnete Phönix’ Blick und grinste. »Reine Übungssache.«

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