The Hodded Boy I forgot

Annika Ha · Kapitel 10 von 62

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The Hodded Boy I forgot

10 ◊ Forgot the „D“

 

 

-Zoes Sicht-

»Du solltest lieber versuchen, deine Beziehung zu Lucas wieder gerade zu biegen.« Ein Satz, der mich ausmachte. Zoe, die schlaue Schönheit, die keine Beziehung einging, weil Jungs für sie nur Wegwerfware waren. Eine Nacht, dann nie wieder. Das war die oberste Regel. Einen Schein, den ich immer bewahren musste. Keiner aus meiner Clique kannte die Wahrheit, nicht mal Lou. Eine Tatsache, auf die ich unheimlich stolz war. In all den Jahren bin ich immer standhaft geblieben… auch wenn die Mädels jetzt meine Familie waren.

»Meine Worte!«, warf Erin ein. Erin… ein Mädchen, was ich echt nicht verstehen konnte. Dabei schien ich für sie sowas wie ein Vorbild zu sein. Aber warum? Also natürlich hatte sie nicht wirklich mich als Vorbild… aber das Mädchen, was ich sein wollte. Stark und jedem Jungen überlegen. Okay… vielleicht verstand ich doch, warum sie so wie ich sein wollte. Aber ihre Schwärmerei für Lucas war da nicht der richtige Weg. Wenn, dann musste Lucas sie wollen.

»Ne, nicht Lucas. Der ist ein Arsch. Such dir lieber jemanden wie David«, warf Jess ein. Ja, ich wusste doch, warum ich ihrer Clique beigetreten war. Jess war einfach unglaublich. Ich wusste genau, dass Erin so wie ich sein wollte. Sie wollte die Jungs verführen und anschließend links liegen lassen. Aber so war sie eben nicht. Sie ist genau wie ihre beste Freundin. Insgeheim sehnt sie sich nach der perfekten Beziehung, auch wenn sie das nie zugeben würde.

»Danke, Jess. Ach, und Zoe: Witzig das gerade von der zu hören, die selber nie eine Beziehung eingeht«, sagte Poppy. Witzig… war jetzt nicht gerade das Wort, was ich wählen würde, aber ich lachte trotzdem, um den Schein zu wahren: »Hey! Das kommt sicher nur, weil ich diesen Kettenbrief in der Grundschule nie weitergeschickt habe.«

Ein Kettenbrief namens Lou. Sie war damals meine Rettung und deshalb ist und bleibt sie auch immer meine beste Freundin. »Das wird es sein, Schwesterherz. Oder einfach die Tatsache, dass Jungs nicht mit Strebern ausgehen wollen.« Lous Worte erinnerten mich an meinen ersten Tag an der High School, dem Tag wo ich Lou das erste Mal begegnet bin.

Ich hatte sie gefragt, warum sie so ziemlich das einzige Mädchen war, das nicht von den Blicken der Jungs erdrückt wurde. »Die Tatsache, dass Jungs nicht mit Strebern ausgehen, wird es sein«, hatte sie damals geantwortet. Und dann war es für mich klar: »Das ist ja echt blöd. Ich bin nämlich auch ein totaler Streber.«

Lou hatte sich damals ziemlich gefreut einen auf ihrer Wellenlänge gefunden zu haben, tat sie noch. Das war auch der Grund, warum ich ihr niemals die Wahrheit erzählen durfte. Es würde unsere Freundschaft ruinieren, die mir mehr als alles andere bedeutete.

»Naja…«, hatte sie daraufhin gemurmelt. Die Nerdbrille weiterhin auf ihre Unterlagen gerichtet. »Ich schätze, wenn man erfolgreich sein möchte, dann muss man Opfer bringen.« Mit dem Unterschied, dass ich nicht erfolgreich sein wollte, noch sah ich es als Opfer an.

Während ich so in meinen Gedanken vertieft war, bekam ich nur noch die Hälfte des Gesprächs mit. Irgendwie ging es um Jess und ihre Beziehung zu Josh. Interessierte mich sowieso nicht sonderlich.

Ja, Lou mochte mich, weil wir gleich waren. Doch die Wahrheit ist, dass wir so unterschiedlich wie Tag und Nacht sind… und wenn sie das wüsste, könnte sie es nicht verkraften. Ich mochte sie gerade, weil sie so anders als ich war. Nicht, dass man mich falsch versteht. Jess war mir im Prinzip auch sehr ähnlich. Deshalb mochte ich sie trotzdem. Deshalb hatten wir uns überhaupt ihrer Clique angeschlossen… uns zu Männermagneten verändert.

Nur ihr zur Liebe tat ich das… aber egal. Ich werde trotzdem für jeden von ihnen unerreichbar bleiben. Doch so sehr ich Jess auch mochte, sie würde Lou nie das Wasser reichen können.

»Zoe, können wir?«, erst als Lou mich direkt ansprach, hörte ich wieder mit ganzem Ohr hin. Ich nickte nur. »Gut. Wir könnten nämlich noch mal das letzte Thema in Englisch durchgehen.« Innerlich stöhnte ich, während ich nach außen hin mein Lächeln aufsetzte. Warum Englisch durchgehen, wenn wir keinen Test mehr schreiben? Langsam nervte das ständige Lernen, wenn man Dinge hatte, die man eigentlich lieber tun würde. Aber Lernen ist irgendwie ein kleines Opfer, wenn es mir am Ende sogar eine vielversprechende Zukunft einbringt. »Ich könnte mir keinen besseren Tag vorstellen, als mich mit meiner besten Freundin aufs Sofa zu mümmeln, in der einen Hand Chips, in der anderen Englisch. Grammatik kann man nicht oft genug auffrischen.«

»Meine Worte«, grinste Lou, die mir natürlich jedes Wort abgenommen hatte. Inzwischen bin ich darin schon ein Profi. »Wollen wir zu dir?«, fragte sie mich. »Können wir. Dann hätten wir sogar sturmfrei. Meine Mutter ist nämlich geschäftlich unterwegs.«

◊

-Erins Sicht-

Warum musste ich auch so doof sein und mich für diese bescheuerte Nachhilfe anmelden? Allein der Gedanke mit Lucas und David zusammen in einen Raum zu sitzen… Das ging einfach nicht. Es ging sogar noch weniger als man vermutlich ahnen würde.

Ja, allen hatte ich erzählt, dass ich Lucas auf einer Party Mal im betrunkenen Zustand geküsst hatte. Mehr nicht. Leider entsprach das nicht ganz der Wahrheit. Es war kein Es-ist-nun-mal-geschehen-und-wir-vergessen-es-einfach-wieder-Kuss. Eher ein Wir-haben-uns-geküsst-und-jetzt-liegt-dieses-ungeklärte-Schweigen-zwischen-uns-Kuss. In Wahrheit waren wir beide längst nicht so betrunken gewesen wie alle vermutet hatten.

Aber was änderte das bitteschön? Ich meine wir sprechen hier von Lucas… Poppys Lucas. Auch wenn sie mir immer wieder weißmachte, dass die beiden nichts mehr verband. Er würde trotzdem immer der sein, der nur die hübschen und beliebten Mädchen wollte. Mädchen wie mich.

Zwar konnte ich mir nicht vorstellen, dass Lucas nur ansatzweise wie Jackson ist. Allerdings würde ein Teil von mir immer vor dieser Art von Typen zurück schrecken. Er sollte für mich einfach weiter dieser unerreichbare-Teenie-Schwarm bleiben, den ich nie haben konnte. Auch wenn das inzwischen vielleicht nicht mehr so war. Denn als ich das Klassenzimmer betrat, starrte er mich wieder mit diesem Blick an. Übrigens derselbe Blick mit dem mich David neuerdings auch anschaute. Hilfe! Sollte ich langsam doch mein altes Leben vermissen? Nein, natürlich nicht. Aber trotzdem.

Nachdem David seinen Blick von mir abgewandt hatte, räusperte er sich einmal kurz vor der Klasse. »Gut, während ich die Anwesenheitsliste durchgehe könnt ihr euch schon mal einen Arbeitspartner suchen.« Partnerarbeit? Och nö. Wenn Poppy nicht anwesend war machte das doch überhaupt keinen Spaß.

Auch sonst war niemand aus meiner Clique anwesend mit dem ich hätte arbeiten könnte. Zum Glück war es bei Lucas anders. Fast das gesamte Klassenzimmer setzte sich aus seinen Freunden zusammen.

Plötzlich spürte ich wie mir jemand auf die Schulter tippte. »Schon einen Partner?«, fragte mich eine vertraute Stimme, woraufhin ich ein kleines bisschen zusammen zuckte. Mist aber auch. Den hatte ich natürlich nicht. Da zählte man schon zu den beliebtesten Mädchen an der Schule… und was brachte es einem am Ende? Okay. Eigentlich verständlich, dass es einem den beliebtesten Junge der Schule brachte. Aber irgendwie schrie alles in mir, dass das nicht ging. Lucas und Erin… das ging einfach nicht… würde niemals gehen. Schade, dass man nicht mit dem süßen Nachhilfelehrer vor der Tafel arbeiten konnte.