The Hodded Boy I forgot

Annika Ha · Kapitel 46 von 62

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The Hodded Boy I forgot

46 ◊ Forgot the „L“

 

-Lucas’ Sicht-

Es musste an dieser neuen Welt liegen. Anders konnte ich es mir nicht erklären. In der Regel schlief ich wie ein Murmeltier, wenn wir nicht gerade Vollmond hatten. Die Tatsache, dass wir zelteten, war es jedenfalls auch nicht. Als ich mal mit ein paar Freunden in den Bergen gezeltet habe, konnte ich prächtig einschlafen.

Oder es lag daran, dass mir einfach zu viel im Kopf herum spukte. Irgendwann musste ich mich wohl zwangsläufig mit Poppy unterhalten. Erin hatte David jetzt auch aus dem Zelt geholt. Vielleicht sollte ich jetzt auch mit ihr reden. Dann hatte ich wenigstens Ruhe und musste nicht länger darüber nachdenken. Schlaf fand ich im Moment eh nicht.

Mühsam rappelte ich mich aus dem Schlafsack. Vielleicht wollte sie ja gar nicht mit mir reden, aber dann hatte ich es zumindest versucht. Die Nachtluft fühlte sich immer noch angenehm warm an, als ich das Zelt verlassen hatte. Was sollte ich ihr überhaupt sagen? Tut mir Leid, dass ich mich die letzten Jahre wie ein Idiot benommen habe. Leider musstest du erst vom Erdboden verschwinden, damit ich erkannte, dass das ein Fehler war.

Ja, genau. So was in der Art. Trotzdem sollte ich mich zumindest ein wenig für mein Verhalten rechtfertigen. Sie ist ja auch nicht gerade mit offenen Armen auf mich zugegangen.

Ich wollte weiter gehen, doch irgendwie wollten meine Füße nicht so, wie ich es geplant hatte. Ob ich träumte? Das Muster passte nämlich perfekt. In meinen Träumen rannte ich regelmäßig vor etwas davon, ohne dass ich mich vom Fleck bewegte. Aber da konnte ich sie zumindest bewegen, was jetzt auch nicht möglich war.

Nein, das war sicher kein Traum. Dazu fühlte sich das hier viel zu real an. Dann hätte ich nicht den warmen Wind auf meinen Armen gefühlt. Hier stimmte doch etwas nicht – und zwar ganz gewaltig. »H-«, setzte ich an, doch meine Zunge spielte nicht mit. Nicht mal um Hilfe schreien konnte ich. Meine Füße ließen sich dafür aber anscheinend wieder bewegen.

Schnell drehte ich mich um meine eigene Achse, in der Hoffnung etwas Auffälliges zu entdecken. Und tatsächlich! Sie standen direkt hinter mir: Der Dickschädel mit dem Kapuzenjungen. »Warum kann er sich wieder bewegen?«, fuhr Hodded Dusk an. »Ich kann nur eine Sache kontrollieren. Entweder er schweigt oder steht still. Wir müssen uns entscheiden.« »Dann versuche beides, indem du ständig wechselst.«

Ich hatte doch sofort geahnt, dass man den beiden nicht trauen kann. Aber auf mich wollte mal wieder keiner hören. Solange wie ich es noch konnte, setzte ich meine Füße in Bewegung. Nur um Sekunden später auf die Fresse zu fallen. »Hilf-!«, brüllte ich so laut ich konnte. Fraglich, ob man überhaupt etwas verstehen konnte mit dem Gesicht zum Boden gerichtet.

»Ich würde vorschlagen, du beeilst dich«, hörte ich Dusk sagen. Was hatten die beiden denn vor? Seit wann bin ich in deren Augen der Feind? Behauptete Dusk nicht total menschenfreundlich zu sein? »Oh, das bin ich doch auch. Dass Hodded dir dieses Messer jetzt ins Herz rammen muss, tut mir wahnsinnig Leid. Das kannst du mir glauben.«

Das Messer?! Ins Herz?! Panik stieg in mir auf. Da ich wieder keinen Mucks herausbekam, versuchte ich aufzustehen, nur um kurz darauf wieder hinzufallen. Wenn dieses Messer wirklich dazu da war, um den In-thoughts ihre Kontrolle zu nehmen, warum würden sie es an mir verschwenden wollen?

»Gut, dass er so dämlich ist. Das macht die ganze Sache nicht ganz so grausam.« Hoddeds Stimme wurde immer lauter, was nur bedeuten konnte, dass er näher kam. »Nehm das hier nicht persönlich, ja? Du bist nur Mittel zum Zweck.« Plötzlich nahm ich von irgendwoher eine weitere Stimme wahr: »Das ist aber persönlich!«

Ich blickte auf und sah Lou und Zoe hinter den beiden stehen. Zoe hielt in der Hand einen Stein, mit dem sie Hodded anscheinend gerade eins übergebraten hatte. Alle Achtung! Trotzdem schien sie nicht fest genug getroffen zu haben, da er sich nach kurzem Kopfreiben wieder erhob.

»Müsst ihr die Sache nur noch komplizierter machen? So war das nicht geplant. Ein sauberer Stich durchs Herz, während alle schlafen. Es hätte so einfach sein können. Wir hätten doch noch eine Weile warten sollen«, überlegte Hodded laut. »Dann hätten wir riskiert, dass David mit wachgeworden wäre. Der Moment war eigentlich perfekt«, antwortete Dusk. »Natürlich wäre er noch perfekter gewesen, wenn wir Poppy genommen hätten, die draußen alleine unter freiem Himmel schläft.«

»Nein, nicht Poppy. Das hatten wir doch schon.« Jetzt drehte Hodded sich zu den beiden Mädchen um. »Einer von euch muss dran glauben. Ich war so nett und dachte mir, ihr hättet es alle am liebsten wenn er ins Gras beißt.«

»Tja, falsch gedacht«, zischte Zoe.

»Lieber würden wir euch beide tot sehen«, erklärte Lou, als ginge es um eine Schulaufgabe und nicht um eine Mordankündigung.

Dusk lachte. »Ihr seid Kinder, dazu noch Menschen. Ich könnte euch alle ins offene Messer laufen lassen, wenn ich es wollte.« »Tut er aber nicht. Wir brauchen nur ein Opfer.« Hodded glaubte anscheinend, dass das was er tat vollkommen in Ordnung war.

»Dann schlachte doch deinen Alten ab!«, gelang es mir zu sagen. »Ich dachte, du könntest ihn eh nicht leiden.« »Das Messer ist nur für Leute bestimmt, die andere nicht kontrollieren können.«

»Ach? Ich meintet ihr erst nicht noch was anderes?«, fiel Lou ein. »Tja, wir haben offensichtlich gelogen.«

Immer noch am Boden liegend, sah ich schließlich wie David wieder kam. »Was ist hier denn los?« Pyjamaparty, sieht man das nicht?

»Lou! Ich kann mich nicht mehr bewegen. Du musst für mich zuschlagen.« Jetzt kontrollierte er anscheinend Zoe, weshalb ich noch zu flüchten versuchte.

Da ich es geschafft hatte, mich aufzurappeln, konnte ich mit ansehen, wie Lou hilflos den Stein auf Hodded zielte. »Au!« Der Stein traf seinen Kopf, mehr aber auch nicht. Er drehte sich zu ihr. »Das ist aber nicht nett. Morgen habe ich bestimmt eine Beule.« Langsam streifte er mit den Händen über das Messer. »Jetzt will ich umso schneller handeln. Danke!«

Und dann warf er das Messer auf mich. Ich versuchte auszuweichen, doch meine Beine wollten nicht. »Lucas!«, hörte ich plötzlich Erins Stimme hinter mir.