The Hodded Boy I forgot
47 ◊ Forgot the „E“
»Hast du das gehört?« Jess schreckte neben mir hoch. Ups, da war ich beinahe eingeschlafen, obwohl ich auf Erin warten wollte. Gut, dass Jess mich noch gerade im richtigen Augenblick geweckt hatte.
»Erin kommt bestimmt wieder.« Ich schnappte mir die Picknickdecke, um endlich schlafen zu gehen. So müde war ich vermutlich lange nicht mehr gewesen.
Es ging sogar so weit, dass ich draußen mit jemandem zusammenkrachte. »Resi?«, fragte ich verdattert. »Ich dachte, du wärst weitergezogen.«
»War ich. Doch die nach Hilfe schreienden Gedanken deines Freundes waren nur schwer zu überhören.« »Was?« Erst jetzt nahm ich langsam die Umgebung um mich herum wahr. Sie waren alle hier draußen versammelt.
»Mag sein, dass der erste Versuch daneben ging, aber der Zweite ganz sicher nicht.« Was zum Teufel tat Hooded da? »Hooded!«, rief ich und rannte zu den anderen rüber. Hinter mir konnte ich noch hören, dass Jess inzwischen auch von der Sache Wind bekommen hatte: »Was ist hier denn los?«
»Warum willst du Lucas mit dem Messer abstechen, wenn er sowieso niemanden kontrollieren kann?«, fragte ich. »Ja, jetzt noch mal für alle, da es anscheinend so schwer zu begreifen ist. Wir haben gelogen! Mit diesem Messer erreicht man etwas anderes. Es ermöglicht, dass ich ein richtiger In-thought werde. Dazu muss ich nur einen Menschen opfern und meine menschliche Seele kann sich endlich vollständig von mir lösen.«
Das fühlte sich gerade alles eher wie ein Albtraum an. »Warum solltest du das wollen? Wir hatten doch einen Plan! Wenn du erstmal dein wahres Gesicht-«
»Hätte es doch nichts genützt! Tut mir Leid, Poppy, aber du kannst dich kein Stück in meine Lage hineinversetzen. Als Halbling gibt es für mich nie ein Happy End. Ich werde mich immer ausgeschlossen und anders fühlen.«
Ich konnte es nicht verhindern, dass mich nun Tränen übers Gesicht rannten. »Deshalb brauchtest du mich. Nicht, um deinen Vater zu überreden. Du wolltest mich opfern.« »Ja, aber-« Dass seine Stimme gebrochen klang und Reue mitschwang, machte die Sache nur noch schlimmer. »Selbst wenn ich all diese Menschen nicht als Ersatz gehabt hätte, musst du mir glauben, hätte ich dich nicht getötet. Nicht, nachdem ich dich richtig kennenlernen durfte.«
Er sollte einfach still sein. »Du kontrollierst mich doch nur! Auch wenn du kein richtiger In-thought bist, benimmst du dich genauso!« »Was erwartest du? Ich wurde von einem großgezogen.« Da hatte er natürlich Recht. Wieder hatte ich versucht etwas zu retten, was ich nicht mehr retten konnte.
Jetzt musste ich es allerdings versuchen. Ein menschliches Leben hing davon ab. »Aber muss deswegen wirklich einer sterben? Gibt es keinen anderen Weg?«
»Alles im Leben hat nun mal seinen Preis.« Dusk, der sich bislang bedeckt gehalten hatte, trat nu hervor. »Oder wir fragen sie doch mal?« Fragen?
»Nein! Ich habe es statt zu warten. Ich habe mein ganzes Leben auf diesen Moment gewartet.«
»Aber, Hodded. Wenn es klappt, dann würde es ein Leben retten. Ist es das nicht wert?« Über Dusks Worte schien er eine Weile nachdenken zu müssen. »Warum sollte es eine einfachere Methode geben, wenn der Livenus uns nur diese hier vermitteln konnte?« »Keine Ahnung. Vielleicht ist das etwas Größeres. Etwas, was über den Livenus hinausgeht«, überlegte Dusk.
»Etwas Größeres als der Livenus, unser Gott? Das kann nicht sein«, meinte Hodded, obwohl er dabei nicht wirklich sicher klang. Wenn es um übersinnliche Dinge ging, konnte man sich nie sicher sein. Wer wusste schon, ob unser Universum nicht nur eines von unendlich vielen ist?
»Außerdem… hatten wir nicht festgestellt, dass es deine Handschrift ist? Und erlaube mir diese Feststellung, aber du bist definitiv nicht größer als der Livenus.«
Handschrift? Wovon redete Hodded da bitte? »Ich erinnere mich aber auch daran, dass ich gesagt hätte, diesen Brief nicht geschrieben zu haben. Himmel, wie denn auch, wenn ich diese Sprache nicht mal spreche?«
Jetzt reicht’s mir aber. »Würdet ihr bitte Klartext mit uns reden? Was für ein Brief? Und wie soll er nützlich sein?«
»Er ist nicht nützlich«, beharrte Hodded weiterhin. »Das weißt du nicht«, hielt Dusk dagegen. »Würde mir bitte jemand antworten?!« Das konnte doch nicht so schwer sein. Warum konnten die beiden nie einer Meinung sein? Ob der Hass zwischen den beiden aufhören würde, wenn Hodded erstmal ein In-thought wäre? Das erhofften sie sich wahrscheinlich. Diese Idioten! Deshalb konnten sie noch lange nicht sowas wie Liebe empfinden.
»Es geht um diesen Brief.« Dusk holte einen Zettel aus seiner Hosentasche. »Vor langer Zeit habe ich ihn mal irgendwo zwischen meinen Sachen entdeckt.«
Er hielt ihn mir entgegen. »Lese ihn. Wenn du Glück hast und die geschriebenen Worte verstehst, dann könnte er die Rettung für dich und deine menschlichen Freunde sein.«
Meine Hand zitterte. Texte interpretieren zählte noch nie zu meinen Stärken. Und hierbei konnte ich mir auch keine erfundene Interpretation aus der Nase ziehen. Das große Problem, wenn dein Gegenüber zu Gedanken lesen fähig war. Innerlich betete ich, dass Hodded und Dusk einfach noch viel schlechter in Textanalyse waren. Dass das der einzige Grund war, warum sie ihn nicht verstanden und es eigentlich Pipifax wäre.
Hodded lachte. »Na dann viel Spaß.« Ich nahm den Brief entgegen und entfaltete ihn:
Yoarjla Yupa,
Gavv bi bej coat yoajl, bevv ojl boa Gayl cunnavlyokc aov rajjatat Utl. Ivb bemi cera okc jact gucy Evvecha. Bejj hevkca Ov-Lcuifclj hact Zuvltuyya rajolmav eyj evbata, ojl ivneot. Bukc aj zuavvla niat ivj aov Cessx Avb farav. Wabat zavvl boa Gitmayv, boa eij ivjatat Atba gekcjav. Bukc zaovat ryaorl jlacav ivb patgaoyl rao ocvav.
Roj ein hot. Okc get gafav haovat Yoara mi bot patmgaonayl favif. Aofavlyokc guyyla okc joa bemi zuvltuyyoatav hokc mi sekzav ivb ivlat boa Atba mi moacav – ov bav Erftivb. Erat gaojjl bi gej, Yupa? Bat Erftivb ojl zaov Erftivb, juvbatv bej Seteboj. Haova Kcevka ein aov Cessx Avb hol bot.
Ov Yoara,
Bijz
Ja, ne. Versteht sich ja wie von selbst.