The Hodded Boy I forgot

Annika Ha · Kapitel 31 von 62

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The Hodded Boy I forgot

31 ◊ Forgot the „A“

 

-Erins Sicht-

Tief in mir wollte ich wohl schon mein ganzes Leben lang über Wasser laufen. Nur hatte ich es bis vor kurzem noch nicht geahnt. Jetzt wo ich dazu tatsächlich in der Lage war, fühlte es sich unbeschreiblich an. Leider hatten wir das Meer viel zu schnell überquert. Vom Strand hatte all das Wasser viel weiterläufiger gewirkt.

»Das war einfach unbeschreiblich!«, fand auch Lou. Daraufhin musste Same lachen, da es für ihn anscheinend zum Alltag gehörte, weshalb er es wohl ganz und gar nicht als atemberaubend bezeichnen würde.

»Ja, ganz klasse. Nasse Hosenbeine ist genau das, was ich jetzt brauche«, nörgelte Jess.

Augenverdrehend ging ich auf sie zu und schlang meinen Arm um ihre Schulter. »Entspann dich mal. Deine Hose trocknet schon wieder.«

»Bestimmt genauso gut wie meine restlichen Sachen. Bald habe ich nichts mehr zum Anziehen mit.«

»Also ich hätte ja nichts gegen die Abmachung, wenn wir hier alle nackt rumlaufen würden«, meinte Lucas lachend. Ich atmete tief durch. Jess’ Blick nach zu urteilen, war das nicht der richtige Augenblick um Scherze zu machen. Ob es daran lag, dass es mit ihrem aktuellen Freund nicht sonderlich gut lief? Dieses Verhalten war für Jess ja nicht sonderlich untypisch, aber gerade schien es dann doch extrem.

»Ach hör doch auf, Schätzchen. Wir sind nicht in der Schule. Zicke kannst du wann anders spielen«, richtete ich mich an Jess. »Das ist doch das Problem, Erin«, mischte sich Zoe ein. »Es ist kein Spiel, sondern die Realität.«

Es sollte ein Scherz von Zoe sein, doch jeder wusste, dass auch ein Stück Wahrheit mitschwang. Jetzt stahl sich doch ein Lachen auf Jess’ Gesicht und sie zeigte Zoe ihren rechten Mittelfinger. Ich nutzte ihre gute Laune aus und fragte: »Warum ist dir das Ganze überhaupt so wichtig? Früher warst du anders.«

Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. »Witzig, dass gerade du das fragst.«

»Was?«

»Naja. Du warst früher auch anders. Erst als jemand eine hitzige Bemerkung über deine Abwesenheit gegenüber Jungs machte-«

»Hey! Das war nicht deswegen. Ich bin einfach über meinen Schatten gesprungen und habe mit einem Leben weitergemacht.« »Klar doch.« Die weite Graslandschaft löste sich auf und wir gelangten auf einen kleinen Schotterweg. Vereinzelnd sah man sogar schon Häuser. Nach einer kurzen Pause fuhr Jess fort: »Wenn du mit David zusammen sein willst, dann sei’s doch verdammt noch mal.« Sie hatte Glück, dass ihre Stimme gesenkt war, sodass er es nicht mitbekommen hatte.

»Ich will nichts von David!«, zischte ich energisch zu ihr rüber. »Genau. Aber wenn du wirklich was von Lucas wollen würdest, dann wäret ihr jetzt zusammen«, mutmaßte sie. »Ich-« Verdammt. Ich hatte nichts, womit ich kontern könnte. Es stimmte ja. Ich hatte mich um ihn nicht gerade bemüht.

»Als ob ich je was mit dem anfangen könnte. Der lässt sicher keinen an sich ran. Für ihn wird es immer Poppy sein.« Kopfschüttelnd sagte Jess: »Mag sein, aber die Tatsache, dass du es mir nicht mit Sicherheit sagen kannst, bedeutet, dass auf beiden Seite kein Interesse besteht. Verdammt, es kann doch nicht so schwer sein einfach glücklich zu sein!«

Ich fragte mich, ob sie die letzten Worte nicht vielleicht auch an sich gerichtet hatte. In gewisser Weise waren Jess und ich uns gar nicht so verschieden, auch wenn ich das immer gedacht hatte. »Denkst du, wir finden Poppy Heute bei Hoddeds Familienhaus?«, fragte ich.

»Ich hoffe. Wo sollte sie sonst sein?«

»Ich weiß es nicht.« Missmutig kickte ich ein paar Steine über den Schotterweg. »Eigentlich war ich überhaupt nicht darüber begeistert, mir mit dir ein Zimmer zu teilen. Ich hätte mir im Normalfall mit Poppy ein Zelt geteilt, aber… naja.«

»Schon gut«, unterbrach Jess mich. »Das verstehe ich doch. Sie ist deine beste Freundin und du vermisst sie.« »Ich wollte sagen, dass du schlussendlich gar nicht so schlimm bist als Zeltgenossin.« Scherzend stupste ich gegen ihre Schulter, woraufhin sie leicht lächelte. »Schätze, du bist auch gar nicht so übel.«

Unterwegs kamen wir an zwei In-thoughts vorbei, die uns sprachlos anstarrten. Same wechselte kurz ein Wort mit ihnen, das zwar nichts an ihrer Ungläubigkeit änderte, doch sie kehrten uns zumindest den Rücken zu.

»Die Straße rechts rein ist es. Gleich das zweite Haus auf der linken Straßenseite«, erklärte Same.

»Kommst du denn gar nicht mit?«, wollte Zoe wissen. Dieser schüttelte resigniert den Kopf. »Wir… naja, Dusk und ich sind nicht allzu gut aufeinander zu sprechen. Wollt ihr gar nicht wissen…« Doch, eigentlich schon. Nur machte Same den Eindruck, als würde er uns die Geschichte eh nie erzählen.

»Alles klar. Bis dann. Vielleicht sieht man sich ja noch mal«, verabschiedete sich Jess.

»Bestimmt. Bei uns gibt es das Sprichwort: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben«, sagte Same.

»Das gibt es bei uns auch«, meinte sie grinsend. »Na dann muss ja etwas Wahres dran sein.«

Als ob. Wenn wir Poppy gefunden hatten, würden wir auf der Stelle von hier verschwinden. Jeder hier wusste das, nur wollte es keiner laut aussprechen. Same hatte einen freundlichen Eindruck gemacht. Er hatte ja auch nichts Gruseliges an sich gehabt – anders als der Kapuzenjunge.

»Endlich sind wir den los«, knurrte David. »Hätte nicht gedacht, dass ich mal mit dir einer Meinung bin, aber du hast Recht«, merkte Lucas an. Die Jungs mochten ihn doch nur nicht, weil sie sich in ihrer Männlichkeit bedroht fühlten… oder so ein schwachsinniges Zeugs.

»Er war doch nett«, sprach Jess das aus, was ich dachte. »Naja, sein Kopf war schon etwas abnormal«, grinste Zoe. »Müsst ihr die Leute denn immer auf das Äußere reduzieren?«, stöhnte Jess.

Zoe hatte immer noch ihr breites Grinsen im Gesicht. »Ja, weil du es uns beigebracht hast.«

Immer diese kindischen Gespräche, die zu nichts führten. »Jetzt kommt schon. Lasst uns diesen komischen Dusk kennenlernen.« Mit den Worten ging ich einfach vorne weg, zuversichtlich, dass mir die anderen folgen würden.

Und damit behielt ich dann auch Recht. Hinter mir vernahm ich ihre Stimmen: »Ich bin nicht oberflächlich. Für hässliche Leute mobben ist hier jemand anderes zuständig.« Ging das wieder los… »Doch bist du«, lachte Lucas. »Du ignorierst sie. Das ist mindestens genauso schlimm. Gebe es ruhig zu: Wir sind uns gar nicht so verschieden.«

»Wer hässlich ist, kann eben nicht beliebt in einer High School sein. Ich sehe es nur realistisch. Und es ist nicht genauso schlimm. Lass es dir von jemand gesagt sein, der damit Erfahrungen gemacht hat.« Daraufhin sagte Lucas nichts mehr.

Früher, bevor ich in dieser Clique war, haben mich die anderen auch ignoriert. Zugegeben, da war ich nicht ganz unschuldig dran. Trotzdem war es ab und an ziemlich hart gewesen, wenn wir Gruppen bilden mussten und mich die Mitschüler einfach vergessen hatten. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es für Jess gewesen sein musste.

Da stand es, das Haus. Ein unglaublich Schönes, was mich glatt neidisch machte. Na dann wollen wir mal…