The Hodded Boy I forgot

Annika Ha · Kapitel 34 von 62

PDF-Seiten

The Hodded Boy I forgot

34 ◊ Forgot the „D“

 

Als ich meine Augen öffnete, lag ich auf einer Wiese. Nicht irgendeine Wiese, nein. Es waren die gelben Blumen, die aus Frankreich. Wie von selbst legte sich mein Körper ins Gras. Für einen kleinen Augenblick konnte ich alles vergessen, was wichtig war und mir Probleme bereitete.

Der Geruch war mir vertraut, leider hatte ich ihn beinahe vergessen gehabt, solange lag der Urlaub in Frankreich jetzt zurück. Ich lag mit dem Rücken in den Blumen und ließ Seifenblasen in die Luft steigen. Neben mir auf der Picknickdecke Mum und Dad, die …. Plötzlich zerplatzte die ganze Vorstellung vor meinen Augen. Aus einem einfachen Grund: Das Bild passte nicht hierher. Familienurlaub mit meinen Eltern hatte immer anders ausgesehen, wenn man mal Frankreich ausklammerte.

Eine Kreuzfahrt mit einer Yacht, … Warum hatten wir uns in Frankreich keine Luxussuite in Paris genommen? Meine Mum würde mich nie auf einer schmutzigen Wiese liegen lassen. Irgendetwas stimmte nicht. Auch wenn ich es zutiefst bereute, erhob ich mich. Schlagartig wurde mir auch klar, warum ich in erster Linie hier war: Ich musste doch das Messer finden!

Auch wenn mich die grelle Mittagsonne blendete, konnte ich noch gerade so eine Schaukel auf dieser weiten Wiese erkennen. Auf ihr saß ein Junge mit einer schwarzen Kapuzenjacke. Er war gekommen! Ich konnte es kaum glauben! Ich wusste doch, es könnte die Barriere doch noch überwinden.

»Hooded!«, rief ich und sprintete auf ihn zu. Er wusste ganz sicher, was zu tun war. Mit ihm konnte ich dieses verdammte Messer sicher finden. »Du bist hier!«

Wie es für ihn typisches war, hatte er mir den Rücken zugekehrt und das obwohl er zusätzlich eine Maske trug. Ich musste grinsen.

Plötzlich fiel mir auf, dass er in seiner rechten Hand einen Gegenstand hielt, den er wie eine Art Spielzeug hin und her drehte. Das Messer! Er hatte es ja bereits. Von wegen, nur ich konnte es entwenden. Hooded hatte anderen Leuten gegenüber auch keine Vorurteile, eben gerade weil er wusste wie es war, wenn man voreilige Schlüsse zog. Er konnte die Aufgabe fiel besser lösen als ich!

»Komm! Wenn wir da hinten hinrennen, treffen wir sicher wieder auf die Kuppe und können von hier verschwinden.« Keine Antwort. Was hatte er denn? Hatte er es sich anders überlegt und wollte das Messer gar nicht mehr für seinen Vater? Entschlossen machte ich einen Bogen um die Schaukel, um ihn direkt ins Gesicht sehen zu können. Die Maske war weg!

Alles in mir bereitete sich darauf vor ihn augenblicklich wieder zu vergessen, dass ich beinahe vergessen hatte, mir sein Gesicht überhaupt einzuprägen. Es war das Gesicht eines Kindes! Höchstens sieben, wenn überhaupt. Ich war ständig davon ausgegangen, wegen seiner Stimme und allem, dass er mindestens so alt wie ich sein musste. Aber das…

Nein, halt! Ich kannte dieses Gesicht. Das war nicht Hooded, sondern Lucas in dem Alter, als er noch erträglich war. Das hier war gar nicht real. Ich war immer noch alleine in der Kapsel gefangen. Allerdings wusste ich jetzt wo das Messer war und Klein-Lucas durfte doch nicht so schwer zu überzeugen sein.

»Das sagst du nur so. Du würdest nicht mit mir von hier verschwinden«, sagte er und sprang von der Schaukel wie ein Profi. Ich erinnerte mich, dass er das wirklich gut konnte… damals. »Du kannst nicht von hier verschwinden, Lucas. Aber nur weil du nicht real bist. Ich aber schon und das habe ich auch vor, sobald du mir dieses Messer gegeben hast.«

»Es ist einfach, Poppy. Ich kann dir dieses Messer nicht geben, weil du mich nicht mitnehmen würdest.«

»Das darfst du nicht persönlich nehmen. Ich kann dich nur nicht in die reale Welt entlassen, weil das nicht du bist. Du bist gerade wahrscheinlich in irgendeiner Ecke auf dem Schulhof und steckst dir mit deiner Gang eine Zigarette an. Nichts für ungut, Kleiner.«

»Wirst du jetzt völlig verrückt, Poppy? Warum sollte ich nicht real sein, wenn ich direkt vor dir stehe?« Mit jedem Wort kam er ein Schritt näher auf mich zu. »Kennst du mich überhaupt?« Seine Augen weiteten sich, was ihn fast wie einen süßen Teddybären aussehen ließ. Kaum zu glauben, dass aus solch einem süßen Jungen mal so ein Arschloch werden konnte.

»Natürlich kenne ich dich, Lucas. Aber du bist inzwischen fast erwachsen, so wie ich. Wir sind gleich alt, erinnerst du dich? Das kann also nicht real sein.«

»Wäre es nicht real, dann wäre ich jetzt nicht hier«, behauptete er und blieb felsenfest bei seiner Meinung.

Natürlich war er nicht real, doch in einem Punkt konnte ich ihm nicht wiedersprechen: »Ja, warum bist du überhaupt hier? Ist nämlich nicht so, als ob du hier drinnen etwas verloren hättest. Und… warum zur Hölle trägst du Hoodeds Kapuzenjacke?« »Wenn du möchtest kann ich dir zeigen, dass ich real bin.«

Mir zeigen? »Der Lucas, den ich kenne, kann niemanden seine Gedanken offenbaren, weil er ein Mensch und kein In-thought ist.« Beweis Nummer zwei, warum all dies vollkommen an der Wirklichkeit vorbei schleifte.

Er nickte leicht. »Vermutlich hast du Recht. Ich kann dir gar nichts zeigen. Aber wenn du meine Hand nimmst, dann kann ich helfen dich zu erinnern, dass ich eben doch real bin.«

Unsicher betrachtete ich die Hand, die er mir jetzt entgegen streckte. Ob ich seine Berührung tatsächlich spüren konnte, wo er doch nicht real war? »Wie wäre es mit einem Deal? Du darfst mich versuchen zu überzeugen, dass du real bist-« Himmel, war dieser Deal idiotisch. Aber Klein-Lucas war sicher nicht besonders hell in der Birne. War er auch jetzt nicht. »-und dafür gibst du mir dein Messer.«

»Nimm meine Hand und der Deal gilt.« Irgendwie klang dieser Satz mit einer Tonart mit, wie sie Lucas auch heute noch verwenden würde. Am wahrscheinlichsten ist es, dass der kleine Kerl einfach nur eine Einbildung aus meinem Kopf war. Das würde auch seine veränderte Tonlage erklären. Doch warum sollte ich mir in diesem Moment Lucas einbilden, wo er mir doch schon seit Jahren nicht mehr durch den Kopf geht?

Endlich griff ich nach seiner Hand, fest davon überzeugt nichts zu spüren. Allerdings nahm ich die Wärme, die seine kleinen Händchen ausstrahlten, eindeutig wahr. Und dann waren wir fort.