The Hodded Boy I forgot

Annika Ha · Kapitel 27 von 62

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The Hodded Boy I forgot

27 ◊ Forgot the „W“

 

-Davids Sicht-

Es fraß mich von innen auf. Diese Stimmen, die unter uns weilten. Warum sahen es die anderen nicht als notwendig an, diese einfach zu vernichten? Fluchend versuchte ich mich aus Zoes und Lucas‘ Griff zu lösen, zwecklos. Sie packten so fest zu, dass es schmerzte, dabei war ich hier gar nicht das Problem.

Wie dieses Mädchen mich plötzlich niedergeschlagen hatte… das war nicht sie, ganz eindeutig! Warum erkannten das die anderen nicht, wo es doch so einleuchtend erschien. Die Zoe, die wir kannten, hätte solche Kräfte niemals aufbringen können – nicht ohne Hilfe, ohne dämonische Hilfe.

Dieser Ort! Ich wusste gleich, dass es ein Fehler war mitzukommen. Meine Eltern hatten mich besser erzogen, als dass ich sie jetzt einfach ohne ein Wort zurückließ. »Lasst mich verdammt noch mal los!«, versuchte ich es erneut, auch wenn es nutzlos war. Zoe war nicht sie selbst und Lucas… naja, der hörte mir eh nie zu.

Die beiden lachten gerade über irgendetwas. War ja klar, dass sich Lucas mit der dämonischen Zoe verstand. Er war quasi selbst einer, auch wenn er keine Stimmen hörte. Möglicherweise, wenn ich einmal ganz fest zutrete…

»Ah, verdammt!« Unglücklicher Weise hatte Zoe mit ihren monsterhaften Superkräften schneller wieder zugepackt als ich gucken konnte. »Wie lange ist es denn noch?«, fragte sie verzweifelt. Sie plante irgendetwas, so viel stand fest. Ich wollte die anderen warnen, doch sie würden mir eh nicht zuhören. Ich musste selbst handeln.

Tausende Bücher hatte ich gewälzt, doch keines in dem beschrieben wurde, was zu den ist, wenn jemand von Stimmen besäßen ist. Die wichtigen Dinge im Leben ließen sie einfach aus – unglaublich. Ich fühlte mich genauso hilflos wie damals im See. Es gab kein Entkommen.

»Da! Die Lichtung«, bemerkte möchte-gern-Jess. Als wir wieder vollständig im Lichtpegel standen, beäugte ich die beiden Mädchen skeptisch. Zoe hielt mich immer noch fest, während Lucas mich bereits losgelassen hatte. Monster waren eben im Allgemeinen misstrauisch.

»David?«, fragte mich Erin unsicher. »Bist du wieder der Alte?« »Was meinst du? Ich war immer ich. Die bessere Frage wäre, ob Zoe und Jess wieder sie selbst sind.« Auch wenn ich mir bei Zoe gerade noch unsicher gewesen war, sie wirkten schon wieder normal… irgendwie.

»Falls du diese Stimmen meinst, die sind weg. Auch wenn sie mich nicht verändert haben«, meinte Jess beiläufig. Doch. Sie haben dich verändert, wollte ich sagen. Das hätte aber nichts genützt. Sie würden es nie wahrhaben wollen. Im Moment zählte nur, dass die Stimmen in ihrem Kopf zerstört wurden. »Dann ist ja gut«, murmelte ich und erhob mich, als Zoe mich endlich losließ.

»Man verlässt diesen Wald nicht einfach ohne Folgeschäden davonzutragen.« Die fremde Stimme ließ mich hoch schrecken. Bitte, Gott. Nicht ich auch noch! Müsste ich mich dann selbst zerstören?

Doch die anderen schienen es auch gehört zu haben. Ich drehte mich um und erblickte einen Jungen mit einem Kopf, der unheimlich groß war. Hoffentlich nicht deshalb, damit dort all seine Stimmen Platz fanden.

»Oh Gott, ihr seid diese berühmte Spezies von Dusk, nicht wahr? Menschen? Wie kommt ihr hier her?« Jeder von uns betrachtete den Fremden mit skeptischen Augen. Auch wenn er uns gerade den Weg aus dieser Hölle gezeigt zu haben schien, mussten wir vorsichtig sein. Sein großer Kopf könnte ein Zeichen für Stimmen sein.

»Nun guckt nicht so schräg. Ich habe euch gerade gerettet! Was kommt ihr auch auf die grandiose Idee gerade dort in die Dunkelheit zu gehen? Und dann noch als schwache Menschen, die gar nicht die Fähigkeit des Kontrollierens besitzen.«

»Entschuldige bitte, schwach?«, pustete Jess. »Wenn wir schwach wären, dann hätten wir uns in erster Linie gar nicht darein getraut.« Ja, manchmal ist es besser einfach ein Loser oder Feigling zu sein. Dann wäre das Schlamassel mit den Stimmen nicht passiert.

Der fremde Typ grinste Jess an, als würde er eine Verbündete erkennen… eine Stimmenverbündete! Ich hatte mit ihm also doch Recht gehabt. »Ich bin Same.«

»Jess«, antwortete sie ohne ihn auch nur eines Blickes zu würdigen. »Und wer seid ihr?«, fragte er den Rest von uns. Jeder stellte sich nacheinander vor. Ich tat das nicht. Monstern verriet ich meinen Namen ganz sicher nicht.

Belustigt schaute er zu mir. »Dann eben nicht.« Zu den anderen meinte er: »Auch wenn euer Freund wieder er selbst ist, die ganze Sache hat Schäden davon getragen.« Pah! Klar, dass er das als Monster behauptete. Die anderen waren sicher so dumm und würden ihm sogar glauben… einem Fremden. Mich kannten sie viel länger, trotzdem waren meine Worte für sie bedeutungslos. Meine Familie hätte mir geglaubt. Warum bin ich nicht Zuhause geblieben? Weil ich helfen wollte. Erin war so eine liebe Person, die sich einfach nur die falschen Freunde suchte.

»Wird das wieder?«, fragte Erin diesen Same verängstigt. »Keine Ahnung. Es wird auf jeden Fall dauern.« Klar, wird es das. Rede ruhig schlecht über mich, Monster. Ich stehe ja nur direkt neben dir.

»Also… wie kommt ihr hier her? Was wollt ihr bei uns?«, fragte er uns. Das war der Augenblick wo wir am besten flüchten sollten. Warum sahen das die anderen denn nicht?

»Unsere Freundin ist hier und wir wollen sie retten«, erklärte Erin Same. Sie brachte es über die Lippen, als wäre es etwas völlig Normales und Selbstverständliches. Es war ja nicht so als ob ich an der Schule nicht auch Freunde hatte. Fred und… Okay, ich hatte Fred. Der war ganz nett. Aber ich würde nie auf die Idee kommen mich für ihn solchen Gefahren auszusetzen. Also… warum war ich noch gleich hier?

»Hast du hier noch einen anderen Menschen gesehen… zufällig?« Erins Gesicht brach mir fast das Herz. Sie wirkte verzweifelt und setzte nun jegliche Hoffnung in dieses Monster mit den Stimmen in seinem Kopf. Ach, richtig. Deshalb war ich mitgekommen.

Was genau versprach ich mir hier eigentlich? Erin hatte mir bereits vor dieser Reise klipp und klar erklärt, dass wir nur Freunde sein werden. Tja, jetzt musste ich für meinen kranken Wahnsinn den Preis zahlen.

»Nein, tut mir Leid. Aber hier würde ich auch als letztes suchen.«

Genau, weil hier kein Schwein freiwillig hingehen würde. Die Frage aller Fragen ist nur: Was machte Same hier, wenn er nicht selbst eine Kreatur des Grauens war? Warum bin ich der einzige, der sich diese Frage stellt? Wegen meinem 1,3-Notendurchschnitt? Ich konnte es mir kaum vorstellen. Hier waren Kräfte im Spiel, die sich keiner von uns auch nur ansatzweise vorstellen kann.