Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil

Theodor Fontane · Kapitel 41 von 82

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Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil

Johann Andreas Moritz, Pastor zu Fahrland 1774-1794 (Selbstbiographie)

Pastor zu Fahrland 1774-1794

(Selbstbiographie)

 

„Ich wurde zu Magdeburg den 27. Mai 1721 geboren. Mein Vater war

Bürger und Schneidermeister daselbst. Im sechsten Jahre ward ich eine vaterlose

Waise. Bis 1736 war ich ins Gymnasium der Altstadt gegangen und saß in

Quarta. Mein Bruder, damals Student in Halle und Mentor des jungen

Frilinghausen (er schreibt so; wahrscheinlich Freylinghausen) brachte mich ins

Hallische Waisenhaus, wovon Pastor Frilinghausen Kondirektor war und zwar

unter die Waisenkinder. Es war auf Ostern. Gesund und frisch kam ich nach

Halle, bekam aber gleich im ersten Jahre eine Augenentzündung und schleppte

mich damit die sechseinhalb Jahre, in welchen ich alle Klassen der lateinischen

Schule bis Selekta, worin ich ein Jahr saß, durchlief.

Auf Michaelis 1742 ging ich einundzwanzig Jahr alt auf die Universität zu

Halle und, verlassen von allem Beistand, stümperte ich mich zwei Jahre durch.

Ich informierte des Tisches wegen auf dem Waisenhause.

1744 ging ich in Kondition nach Siegen zu dem Baron von Host,

Chefpräsidenten der Grafschaft Siegen und Teklenburg. Sein dritter Sohn war

mein Eleve. Der Vater war cholerisch, sehr scharf in der Kinderzucht; die Mutter

war das Gegenteil. Sie verzärtelte den Sohn bis zum toll werden. Auch fand ich

eine französische Mamsell vor, dies Kreuz aller Hofmeister.

1747 ging ich nach Halle zurück in dem frommen Vorsatz, mich den

Anstalten zu widmen. Allein es war alles verändert und nach längerem

Aufenthalt in Berlin nahm ich auf Ostern 1749 in Uetz eine Stelle als Hofmeister

bei dem Junker von Hacke an. Nach sechseinhalb Jahren brachte ich meinen

Eleven auf das Ritterkollegium und war willens mich abermals nach Berlin zu

wenden, als mir die Pfarre zu Geltow durch den Herrn Inspektor Lieberkühn

angetragen wurde. ‚Sie ist freilich schlecht, aber doch besser für Sie, als wieder

eine Kondition.‘

Auf Michaelis 1756 bezog ich die Pfarre Geltow, verpachtete die

Ackerwirtschaft und behielt den Garten und Weinberg zu meiner Beschäftigung.

1759 heiratete ich meine selige Frau, damals Witwe des Bürgermeisters Pauli in

Werder, mit welcher ich drei Töchter gezeuget habe.

Als ich auf die Pfarre Geltow examiniert und ordiniert wurde, war der Herr

von Danckelmann Chef des Konsistorii. Als wir, es war außer mir noch ein

Examinandus, abtraten, sagte er zu den geistlichen Herren: ‚Der Moritz hat

geantwortet und spricht gut latein.‘ ‚Er ist Schulmann‘, erwiderte Rat Hecker,

‚schade, daß Geltow eine so schlechte Pfarre ist.‘ —

Mit 1756 begann der lange Krieg und seine sieben Jahre haben mich wie

sieben magere Kühe ganz aufgefressen. Ich hatte verpachtet, empfing baar

zweihundert Taler und der Preis aller Lebensmittel stieg ungeheuer im Preise;

ich lebte recht dürftig. Nach Ende des Krieges bat ich das Konsistorium um eine

bessere Stelle. Ich wurde angewiesen, mich wieder zu melden; aber in dem

Winkel Geltow erfuhr ich nichts, oder erfuhr es zu spät.

Erst 1773 ward ich wieder rege. Der Prediger Schmidt in Fahrland war

tödlich krank, die Pfarre in großem Ruf und meine Freunde lagen mich an, noch

diesen Versuch zu tun.

Den 2. Dezember 1773 starb Herr Schmidt. Schon am andern Tag bekam

ich einen Expressen, schleunig nach Potsdam zu kommen und schon am 4.

Dezember wurde die entsprechende Petition dem Könige vorgelegt und mit den

gewöhnlichen Formalitäten bewilligt. Das Konsistorium akzeptierte die

Königlichen Ordre ohne Widerrede und der Geheimrat Lamprecht erklärte

öffentlich, daß ich die Pfarre verdiene, worauf in der Session vom 9. Dezember

die Gastpredigt dekretiert und dem Inspektor Befehl zugeschickt wurde, dieselbe

abzuhalten.

Soweit war alles gut; aber bald darauf veränderte sich mein Horizont; die

Menschen verkehrten meine Freude in Traurigkeit.

In Fahrland entstand Unruhe aus Kabale. Die Bauern sagten: ‚wie lange

werden wir den Mann haben, er ist ja schon alt, er ist ja nicht des Herfahrens

wert.‘ — Dies war eigentlich nur der Widerhall der Intrige, die im Pfarrhause

geschmiedet ward und deren Bolzen der Küster Kaplitz verschoß. Woltersdorf,

Pastor zu Kartzow und Priort, saß auch in diesem Rat und schickte sich recht gut

dazu. Der Plan war, den Kandidaten Korthym zur Pfarre zu verhelfen, welcher

dann aus Dankbarkeit heiraten sollte. Hier war also eine große Klerisei

interessiert: erst die Witwe, dann deren Schwester, die Predigerin in Döberitz,

und der Küster, der von meinem Vorgänger zum Kantor präkonisiert worden

war, indem er nach abgelegter Singeprobe kurzweg zur Gemeinde sagte: ‚seht

hier Euren Kantor!‘

Küster Kaplitz kam nach Geltow herüber, horchte meinen Küster aus und da

er hörte, daß ich die Schule fleißig besuche, fürchtete er sich und dachte mit dem

jungen Korthym besser fertig zu werden. Auch meine Armut ward bei diesen

Gesprächen nicht vergessen.

Nach langem Zögern wurde endlich die Gastpredigt auf den 6. Februar

1774 angesetzt. Ich ging nach Worms, wie Luther. Keine lebendige Seele war,

der ich mich anvertrauen konnte. Aber soviel achtete ich mich doch, daß ich dem

Inspektor (Superintendent) dem Günstling des Pfarrhauses, in der Sakristei freimütig heraussagte: ‚wenn die Bauern mich zu pöbelhaft behandeln, so

entsage ich der Pfarre und Sie können es auf mein Wort mit ins Protokoll

setzen.‘

Die Kirche war außerordentlich voll Menschen, für mich gegen Geltow

gerechnet, etwas Neues. Aber ich redete ohne Stottern und ohne Konzept. Ich

handelte von der Kraft des göttlichen Worts, zur Besserung und Beruhigung des

Menschen. Alle Honoratiores waren mit der Predigt zufrieden; die Einwürfe der

Bauern beschränkten sich darauf: ‚ich sei schon alt und man hätte mich hinten

bei den Fischern nicht hören können.‘ Das Konsistorium erteilte mir nichts

destoweniger die Vokation.

Gegen Abend fuhr ich mit dem Herrn Inspektor bis an die Nedlitzer Fähre

zurück. Merkwürdig war und ist mir noch sein Sentiment über meine Predigt.

‚Sie lieben‘, sagte er, ‚den dogmatischen Vortrag. Ihr Vorfahr (Pastor Schmidt)

redete gern in Gleichnissen und Bildern; er würde das Gleichnis vom Samen

durch die ganze Predigt durchgeführt haben.‘ Ich antwortete: ‚nach meinem

Begriffe sind die Gleichnisse nur Erläuterung des Lehrsatzes, dieser aber ist die

Hauptsache, also auch das Hauptaugenmerk des Lehrers. Er soll unterrichten.

Ich liebe den ernsthaften Ton und den moralischen Gehalt. Den Teufel laß ich an

seinen Ketten liegen; Rechtschaffenheit des Herzens, Unschuld des Lebens sind

meine Hauptsache.‘

Ich erhielt danach meine Vokation.

Im September aber verfiel ich in eine schwere Krankheit, welche mich dem

Tode so nahe brachte, daß man mich oft für todt hielt. Zweimal wärend dieser

Zeit war meine Pfarre bereits vergeben. Der Grund meiner Krankheit war der

große Verdruß, den ich während des Vakanz-Jahres durch die schwarze Kabale

in Fahrland auszustehen hatte. Dann kamen, wenn nicht glückliche, so doch

ruhigere Jahre.“

 

Über diese Jahre hat Pastor Moritz nicht mehr in einer fortlaufenden,

geordneten Lebensbeschreibung, sondern in einzelnen tagebuchartigen Notizen

berichtet. Einige davon sind sehr charakteristisch; wir geben zwei, drei

derselben, die dem Todesjahre des großen Königs (1786) und dem ersten

Regierungsjahr Friedrich Wilhelms II. angehören.

 

1786

 

Anfang August. Noch nie in meinem ganzen Leben hat jemand meinen Geburtstag gefeiert. Vorgestern feierte der Kammerhusar, Herr Neumann, den

Geburtstag seiner Schönen, Mamsell Schultzen, und zwar in Sanssouci, in

seinem Zimmer, welches etwa zwanzig Schritt von des Königs Zimmer ab ist. Es

war eine Gesellschaft von sechzehn Personen, darunter unser Fahrlander

Oberamtmann, und ich höre, daß die prächtige Mahlzeit bis zu dreihundert Taler

wert gekostet haben soll. Gegessen wurde von silbernen Tellern, begleitet von

Konfituren und ähnlichen Aufsätzen. Der Vater der Schönen, ein Prediger aus

Thüringen, ist dabei gewesen, ein überaus aufgeräumter Mann, der an allen

Vergnügungen lauten Anteil nahm und unter anderen auch sein Stammbuch den

neuen Freunden und Teilnehmern seines Glücks präsentierte. Einer von den

Gästen fängt schließlich zu singen an. „Pst, pst!“ fallen mehrere dazwischen, bis

ein anderer ruft: „Singt ihr man. Der Alte ist schon zu Bette; er hört es nicht

mehr.“ Wie schnöde gegen den ablebenden, einst so gefürchteten König! Erst

nach zwei Uhr sind sie auseinandergegangen. Sie, die Mamsell Schultzen, ist ein

wahres Stück Fleisch und man könnte auf dem Brustwerk Wache stehen!

(Neumann wurde bald vergessen. Er kaufte das Haus des von Fouqué in

Brandenburg und zog dahin. Die Ehe soll erbärmlich sein, bis zum Scheiden.

Neumanns Glück war aus, aber das des Kammerhusaren Schöning stieg, steigt

noch unter Belohnung seiner vormaligen geheimen Korrespondenz zwischen

dem Thron und dessen Erben.)

Nachschrift. Den 16. August ward der König sprachlos und verlor sein

Bewußtsein; den 17. in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag um zwei

Uhr starb er; den 18. ward er beigesetzt.

Der große Mann! immer verehrungswürdig und jeder neue Tag macht ihn

verehrungswürdiger und unvergeßlich.

 

1787

 

Im März. Aus dem Kirchenbuche geht hervor, daß „Unechte“ (Illegitimi) im

vorigen Jahrhundert etwas sehr Seltenes waren. Wie sich die Zeiten ändern!

Niemanden rührt das mehr, ist alltäglich geworden, und die Prediger dürfen

darob nicht murren. Jetzt, 1787, ist Befehl da, es recht laut auf der Kanzel zu

sagen, daß keine Frauensperson darob soll getadelt werden. Das war eine der

ersten Sorgen Friedrich Wilhelms II. (9. November 1786), daß „gefallene

Weibspersonen von allem Schimpf und aller Schande verschont bleiben sollen“.

Am 28. August kam hier eine Eskadron Husaren von Goltz, sonst Belling,

an. Am 30. früh marschierten sie weiter nach Zachow. Der Stab lag hier, die vier

übrigen Eskadrons auf den nächsten Dörfern. Der Oberst ist Herr Göcking (seit dieser Regierung von Göcking), Bruder des berühmten Dichters Göcking. Sie

marschieren zur Armee nach Westfalen, kommen von Stolpe in Pommern,

vierundvierzig Meilen hinter Berlin und treffen erst im Oktober in Westfalen ein.

September 20. Heute sind die Regimenter zum Manöver angekommen.

Friedrich der Große hatte immer schön Wetter. Der heutige Anfang ist schlecht.

September 21. bis 25. Heute Abend wurde in Potsdam des Königs

Geburtstag gefeiert. Das 1. Bataillon Garde führte eine Komödie auf. Zur

Illumination hat die ganze Garnison beigetragen, jeder Stabsoffizier zwei

Louisdor. Das Fräulein von Voß, welches jetzt, nach Entfernung der Encken

(Gräfin Lichtenau) das Haus des Mylord Mareschal bewohnt, hat dasselbe auch

prächtig illuminiert gehabt.

 

Weihnachten 1787

 

„Dreizehn Jahre stehe ich nun hier im Amt. Mein Gott! Du zeichnetest mir

eine rauhe Bahn meines Lebens, gabst mir eine ängstliche Seele, mittelmäßig

Brot, verwöhnte Zuhörer, keinen Gönner, starkes Gefühl der Sittlichkeit,

unverletzbare Ehrlichkeit, strengen Ton im Vortrag, keinen lauten Beifall. Und

doch mein Vater diente ich treu, meinte es mit jedermann gut. Doch ich stehe ja

noch da, tätig, anständig gekleidet, hinlänglich satt, ohne Schulden, Vater dreier

Töchter, deren ich mich nicht schämen darf und keiner kann etwas lästern als:

Du bist ein Samariter und hast den Teufel. Gelobt sei Gott: Hosianna dem Sohne

Davids, mit ihm stehe ich, mit ihm falle ich. Und nun nur eine Bitte noch: für

mich — verlaß mich nicht im Alter; für die meinigen — leite sie nach deinem

Rat und nimm sie endlich mit Ehren an.“

 

Hiermit schließen wir unsre Auszüge aus Chronik und Tagebuch. Was den

Verfasser derselben angeht, so muß es immer wieder gesagt werden: es ist nicht

möglich, sich gegen das Charaktervolle seiner Erscheinung zu verschließen. Und

dadurch flößt er uns ein tieferes Interesse ein. Er war ein Ehrenmann, brav,

bieder, gerecht; unsentimental, aber voll tiefer Empfindung wo Empfindung an

der rechten Stelle war. Ja, was ihm bei seinen Lebzeiten am meisten bestritten zu

sein scheint: er war gütig, opferbereit, in Wahrheit ein barmherziger Samariter.

In Geltow, selbst am Hungertuche nagend, hatte er die Hungrigen seiner

Gemeinde gespeist, und jederzeit war es ihm Herzensbedürfnis, in heißem

Gebete Gottes Gnade für die Unglücklichen anzurufen. Das alles erhellt aus

seinem Tagebuche. Und nichts von eitler Schaustellung, von bloßem

Gefühlsgepränge, konnte sich mit einmischen, denn er schrieb dies alles nur für sich: kein fremdes Auge, so lang er lebte, hat mutmaßlich diese Aufzeichnungen

je gesehen.

Eine innerste Bravheit und Tüchtigkeit zieht sich durch das ganze Buch wie

durch das Leben des Mannes hindurch, und doch, an derselben Stelle wo Pastor

Schmidt, die Flinte à la main glücklich gewesen war und glücklich gemacht

hatte, wollte ihm weder das eine noch das andere gelingen. Er war unbeliebt,

unpopulär und blieb es bis zuletzt.

Woran lag es? Sonderbar zu sagen, er hatte wohl die echte charaktervolle,

sich an rechter Stelle betätigende Liebe, aber er hatte nicht die leichte

Liebenswürdigkeit, und wenn wir Umschau halten, so scheint es fast, als ob bei

den Menschen diese leichtwiegende Tugend schwerer wöge und wichtiger wäre

als die ernstere Schwester. Die skrupulösen Leute, die nichts leicht nehmen, die

wenig lachen, die nie fünf gerade sein lassen, jene korrekten, witz- und

humorlosen Naturen, die sich immer auf den Rechtsstandpunkt stellen, oder

wohl gar auf ihr persönliches Recht sich steifen, — diese peinlich-bedrücklichen

Integritäts-Leute sind nie angesehen bei der Masse, wenn sie nicht nebenher

noch eine freigebige Hand haben. Und diese können sie kaum haben, denn ihre

Eigenart besteht eben darin, sich auch beim geben noch die Frage „nach dem

Rechte“ vorzulegen. Vor allem aber, selbstverständlich, beim fordern und

empfangen. Und dies ist das allerschlimmste. Statt über das hinzugehen, was

ausbleibt, empören sie sich beständig über die Unbill, die in diesem Ausbleiben

liegt, und unter Mißmut, Gereiztheit, Bitterkeit vergehen ihnen die Tage,

niemandem zur Freude, am wenigsten sich selbst.

Dieser Gruppe von Freudlosen gehörte auch unser Pastor Moritz an; er

hatte keine Spur von jener christlich-leuchtenden Serenität, die dem

liebenswürdig angelegten Naturell aus dem „sie säen nicht, sie ernten nicht“

erwächst, und so bracht’ er es denn mit seiner ganzen Korrektheit in Geldsachen,

mit seinen Klagen, Vorstellungen und Protesten, die immer nur darauf

hinausliefen, daß der Heckenzaun noch nicht gemacht und die Tonne Most noch

nicht geliefert worden sei, zu nichts andrem, als daß man ihn für einen

unerquicklichen Geizhals hielt. Er war es nicht (im Gegenteil er gab, er half),

aber man darf sagen, er hatte die Allüren des Geizes. Und an dieser Stelle ist der

Bauer am empfindlichsten, deshalb am empfindlichsten, weil er sich am besten

selbst darauf versteht und jede kleine Nüanze, nach selbsteigner Praxis und

Erfahrung, am leichtesten entdecken und verfolgen kann.

Noch einmal, an einer gewissen ablehnenden Nüchternheit, an einem

cholerisch gearteten Rechtsgefühl, das schließlich, als das Feuer verglüht war, in

Art von Melancholie umschlug, scheiterte unser Pastor Moritz; — es bewährte sich an ihm, unser Glück oder Unglück wurzelt in unserm Charakter. Ohne Liebe

sank er hin.

Aber wir Nachgebornen stehen anders zu ihm, und dem Bedrücklichen

seines Wesens entrückt, können wir uns an seiner Bravheit und Tapferkeit

ausrichten, an ihm messen. Er war in vielen Stücken ein guter Typus seiner Zeit

und speziell auch des märkischen Charakters.

Die glücklich geänderten Zeiten werden von selbst dafür Sorge tragen, daß

die Schwächen der Männer jener Epoche sich in uns mindern, Schwächen, die in

der Sterilität des Bodens und aller Lebensverhältnisse ihren Grund hatten. Aber

an uns ist es, dafür zu sorgen, daß ihre Vorzüge uns verbleiben: ihre Einfachheit,

ihre Festigkeit, ihr Haushalten und ihre Treue.