Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil

Theodor Fontane · Kapitel 47 von 82

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Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil

I. Bilder

So viel von Briefen.

 

Ich ließ es aber bei brieflichen Anfragen nicht bewenden und bemühte mich

auch in Familien Zutritt zu gewinnen, in denen Rösel seinerzeit verkehrt hatte.

Dort hoffte ich nicht nur von ihm zu hören, sondern auch das eine oder das

andere von ihm zu sehen. Ein glücklicher Zufall führte mich, gleich zuerst, in

das Haus der seitdem verstorbenen Frau Geheimrätin Zimmermann, geb. Palis,

wo ich, zu meiner freudigsten Überraschung, ein ganzes Museum von

Röselianas vorfand: Bilder, pompejanische Scherben und Briefe.

Die Ausbeute war so reich, daß ich, aus Furcht vor einem embarras de

richesse, meine Bemühungen nicht weiter fortsetzte. Denn ähnlich intime

Beziehungen, wie zum Hause Zimmermann,[30] unterhielt Rösel zu vielleicht

zwanzig andern Häusern, unter denen hier nur die Häuser Mendelssohn, Brose,

Feilner, Hotho, Decker und Hofzimmermeister Glatz genannt werden mögen.

Auf diese Röseliana des Hauses Zimmermann geh ich nunmehr näher ein.

 

I. Bilder

 

Eingerahmt und alle in Sepia.

1. Kloster oberhalb Subiaco im Sabinergebirge.

2. Kloster San Cosimato unweit Tivoli, an welcher Stelle der heilige

Benedikt längere Zeit lebte, ehe er das erste Kloster auf Monte Cassino

erbaute.

3. Die Kirche der heiligen Constantia (früher Bacchustempel) vor der

Porta Pia in Rom.

4. Ein Teil des alten Schlosses zu Mansfeld, der „Mittelort“ genannt, in

welchem Martin Luther kurz vor seinem Tode die gräflich

Mansfeldsche Familie zur Eintracht ermahnte und Frieden stiftete.

5. Ein Blick vom südwestlichen Abhange des Schloßberges zu

Wernigerode auf den Kirchhof und die Sankt Theobalds-Kirche zu

Nöschenrode. Das älteste Kirchlein im Harzgebirge; Sankt Theobald

eines Köhlers Sohn.

6. Die Bäder von Gastein im Salzburgischen.

Dies letztgenannte ist das Hauptbild, größer als die andern, und mit

besondrer Liebe ausgeführt. Ich glaube, daß es auch jetzt noch vor

Künstleraugen bestehen kann. Es war zum 10. Oktober 1831 als

Geburtstagsgeschenk für den alten Jordan bestimmt, leider aber nur halb fertig geworden. Um diesen unfertigen Zustand zu entschuldigen, begleitete er das