Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil
I. Bilder
So viel von Briefen.
Ich ließ es aber bei brieflichen Anfragen nicht bewenden und bemühte mich
auch in Familien Zutritt zu gewinnen, in denen Rösel seinerzeit verkehrt hatte.
Dort hoffte ich nicht nur von ihm zu hören, sondern auch das eine oder das
andere von ihm zu sehen. Ein glücklicher Zufall führte mich, gleich zuerst, in
das Haus der seitdem verstorbenen Frau Geheimrätin Zimmermann, geb. Palis,
wo ich, zu meiner freudigsten Überraschung, ein ganzes Museum von
Röselianas vorfand: Bilder, pompejanische Scherben und Briefe.
Die Ausbeute war so reich, daß ich, aus Furcht vor einem embarras de
richesse, meine Bemühungen nicht weiter fortsetzte. Denn ähnlich intime
Beziehungen, wie zum Hause Zimmermann,[30] unterhielt Rösel zu vielleicht
zwanzig andern Häusern, unter denen hier nur die Häuser Mendelssohn, Brose,
Feilner, Hotho, Decker und Hofzimmermeister Glatz genannt werden mögen.
Auf diese Röseliana des Hauses Zimmermann geh ich nunmehr näher ein.
I. Bilder
Eingerahmt und alle in Sepia.
1. Kloster oberhalb Subiaco im Sabinergebirge.
2. Kloster San Cosimato unweit Tivoli, an welcher Stelle der heilige
Benedikt längere Zeit lebte, ehe er das erste Kloster auf Monte Cassino
erbaute.
3. Die Kirche der heiligen Constantia (früher Bacchustempel) vor der
Porta Pia in Rom.
4. Ein Teil des alten Schlosses zu Mansfeld, der „Mittelort“ genannt, in
welchem Martin Luther kurz vor seinem Tode die gräflich
Mansfeldsche Familie zur Eintracht ermahnte und Frieden stiftete.
5. Ein Blick vom südwestlichen Abhange des Schloßberges zu
Wernigerode auf den Kirchhof und die Sankt Theobalds-Kirche zu
Nöschenrode. Das älteste Kirchlein im Harzgebirge; Sankt Theobald
eines Köhlers Sohn.
6. Die Bäder von Gastein im Salzburgischen.
Dies letztgenannte ist das Hauptbild, größer als die andern, und mit
besondrer Liebe ausgeführt. Ich glaube, daß es auch jetzt noch vor
Künstleraugen bestehen kann. Es war zum 10. Oktober 1831 als
Geburtstagsgeschenk für den alten Jordan bestimmt, leider aber nur halb fertig geworden. Um diesen unfertigen Zustand zu entschuldigen, begleitete er das