Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil

Theodor Fontane · Kapitel 48 von 82

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Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil

II. Kuriositäten

Bild mit einem Gedichte, das folgendermaßen lautete:

 

Der Kritiker.

Nun das ist wahr, mein Herr Rösel,

Ihre Zeichnung ist wirklich höchst originell,

Man möchte schwören ’s wär leeres Papier,

So schrecklich klar ist Ihre Manier.

Solch Angebinde kein Kind begehrt,

Am wenigsten ist es den Rahmen wert.

 

Der Zeichner.

Geb zu, Sie treiben mich in die Eng’,

Aber sind doch viel zu streng.

Diese Zeichnung erkennen bloß Kinder des Lichts,

Sie sind aber keins, drum sehen Sie nichts.

Ich lass’ Ihnen noch acht Tage Ruh,

Dann sehn Sie mal wieder nach oder zu.

 

Der Kritiker.

Nun merk’ ich, wie’s zusammenhängt:

So geht es, wenn man zu spät anfängt.

 

Diese Verse sind auf die Rückseite geklebt, passen aber insoweit nicht

mehr, als daß Bild jetzt in allen Stücken fertig ist.

Außer diesen eingerahmten Bildern besitzt die Familie Zimmermann noch

eine ganze Anzahl von Zeichnungen, die als Vorlegeblätter benutzt werden.

Wenn mich nicht alles täuscht, stehen sie, in ihrer saubren Einfachheit,

künstlerisch höher, als die sorglich ausgeführten großen Landschaften.

Hierher gehört auch ein Kästchen, auf dessen Deckel er eine kleine

Niedlichkeit gezeichnet hat. Dies Kästchen, als er es schenkte, war von

folgenden vier Zeilen begleitet:

 

Hölzern ist die Gabe

Und leer im Innern; drum habe

Den Inhalt ich mit gutem Bedacht

Gleich von außen angebracht.

 

II. Kuriositäten