Parasit

Alex Pohl · Kapitel 58 von 68

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Parasit

Kapitel 58

 

 

S o kam es, dass die junge Frau, die inzwischen wieder eine glücklich verheiratete junge Frau war, zurückkehrte nach Manderley, dem alten Familiensitz mitten im Wald. Das hatte sie nicht vorgehabt, schließlich war ihr ursprünglicher Plan gewesen, dem Grundstück beim Sterben zuzuschauen. Ihm vielleicht einsame Gesellschaft dabei zu leisten. Zu verfallen, wie das Gelände seit Jahren verfiel.

Doch inzwischen war sie ja nicht mehr einsam. Und würde es nie wieder sein.

Das glaubte sie zumindest.

Sie hatte ein zweites Mal um Emma kämpfen müssen, mit allen Mitteln, und erneut hatte ihre Liebe den Sieg davongetragen, wie schon damals in Frankreich. Die Liebe, welche die stärkste Kraft im Universum ist, hatte erneut gewonnen, der böse Drache war besiegt und saß wegen Mordes an seiner eigenen Tochter im Gefängnis, wo er hingehörte.

Damit war ihm noch ein sehr gnädiges Schicksal zuteilgeworden, fand Sophie.

Die schöne Emma gehörte nun ganz allein ihr, Sophie, und würde ihr für immer gehören. Das, begriff Sophie, war der eigentliche Zweck der alten Tudorvilla. Ein Rückzugsort, fernab von Störungen und anderen Menschen, denn andere Menschen können der Liebe furchtbare Dinge antun, sie können sie verbiegen und verzerren, und etwas Schreckliches aus ihr machen, bis nichts mehr übrig ist von dem ursprünglichen Gefühl. Nein, dachte Sophie, nie wieder.

Hier würden sie sicher sein vor fremden Einflüssen, vor bösen Drachen und schwarzen Rittern, hier würde sich ihre Liebe entfalten können. Hier würden sie zusammen sein.

Für immer.

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