Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 8 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 6

 

Voltaire – Rousseau. – Der Zustand der Natur ist furchtbar, der Mensch ist

Raubtier; unsere Zivilisation ist ein unerhörter Triumph über diese Raubtiernatur: – so schloß Voltaire. Er empfand die Milderung, die Raffinements, die geistigen Freuden des zivilisierten Zustandes; er verachtete die Borniertheit, auch in der Form der Tugend; den Mangel an Delikatesse auch bei den Asketen und Mönchen.

Die moralische Verwerflichkeit des Menschen schien Rousseau zu

präokkupieren; man kann mit den Worten „ungerecht“, „grausam“ am meisten die Instinkte der Unterdrückten aufreizen, die sich sonst unter dem Bann des vetitum und der Ungnade befinden: so daß ihr Gewissen ihnen die aufrührerischen Begierden widerrät. Diese Emanzipatoren suchen vor allem eins: ihrer Partei die großen Akzente und Attitüden der höheren Natur zu geben.