Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 79 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 273

 

„Wahrheit“: das bezeichnet innerhalb meiner Denkweise nicht notwendig einen

Gegensatz zum Irrtum, sondern in den grundsätzlichsten Fällen nur eine Stellung verschiedener Irrtümer zueinander: etwa, daß der eine älter, tiefer als der andre ist, vielleicht sogar unausrottbar, insofern ein organisches Wesen unserer Art nicht ohne ihn leben könnte; während andere Irrtümer uns nicht dergestalt als Lebensbedingungen tyrannisieren, vielmehr, gemessen an solchen „Tyrannen“, beseitigt und „widerlegt“ werden können.

Eine Annahme, die unwiderlegbar ist, – warum sollte sie deshalb schon „wahr“

sein? Dieser Satz empört vielleicht die Logiker, welche ihre Grenzen als Grenzen der Dinge ansetzen: aber diesem Logikeroptimismus habe ich schon lange den Krieg erklärt.