Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 20 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 18

 

Die Zuchtlosigkeit des modernen Geistes unter allerhand moralischem

Aufputz. – Die Prunkworte sind: die Toleranz (für „Unfähigkeit zu Ja und Nein“); la largeur de sympathie (= ein Drittel Indifferenz, ein Drittel Neugierde, ein Drittel krankhafte Erregbarkeit); die „Objektivität“ (= Mangel an Person, Mangel an Wille, Unfähigkeit zur „Liebe“); die „Freiheit“ gegen die Regel (Romantik); die „Wahrheit“ gegen die Fälscherei und Lügnerei (Naturalismus); die „Wissenschaftlichkeit“ (das „document humain“: auf Deutsch der Kolportageroman und die Addition – statt der Komposition); die „Leidenschaft“ an Stelle der Unordnung und der Unmäßigkeit; die „Tiefe“ an Stelle der Verworrenheit, des Symbolen-Wirrwarrs.