Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 42 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 47

 

Zum Begriff „décadence“.

1. Die Skepsis ist eine Folge der décadence: ebenso wie die Libertinage des

Geistes.

2. Die Korruption der Sitten ist eine Folge der décadence (Schwäche des

Willens, Bedürfnis starker Reizmittel....).

3. Die Kurmethoden, die psychologischen und moralischen, verändern nicht den

Gang der décadence, sie halten nicht auf, sie sind physiologisch null – :

Einsicht in die große Nullität dieser anmaßlichen „Reaktionen“; es sind

Formen der Narkotisierung gegen gewisse fatale Folgeerscheinungen; sie bringen das morbide Element nicht heraus; sie sind oft heroische Versuche, den Menschen der décadence zu annullieren, ein Minimum seiner Schädlichkeit durchzusetzen.

4. Der Nihilismus ist keine Ursache, sondern nur die Logik der décadence. 5. Der „Gute“ und der „Schlechte“ sind nur zwei Typen der décadence: sie

halten zueinander in allen Grundphänomenen.

6. Die soziale Frage ist eine Folge der décadence. 7. Die Krankheiten, vor allem die Nerven- und Kopfkrankheiten, sind

Anzeichen, daß die Defensivkraft der starken Natur fehlt; ebendafür spricht die Irritabilität, so daß Lust und Unlust die Vordergrundsprobleme werden.