Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 108 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 509

 

Wenn meine Leser darüber zur Genüge eingeweiht sind, daß auch „der Gute“

im großen Gesamtschauspiel des Lebens eine Form der Erschöpfung darstellt: so werden sie der Konsequenz des Christentums die Ehre geben, welche den Guten als den Häßlichen konzipierte. Das Christentum hatte damit recht.

An einem Philosophen ist es eine Nichtswürdigkeit, zu sagen, „das Gute und

das Schöne sind eins“; fügt er gar noch hinzu, „auch das Wahre“, so soll man ihn prügeln. Die Wahrheit ist häßlich.

Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.