Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens
Kapitel 616
Es ist nur eine Sache der Kraft: alle krankhaften Züge des Jahrhunderts haben,
aber ausgleichen in einer überreichen, plastischen, wiederherstellenden Kraft. Der starke Mensch.
617.
Der Begriff „starker und schwacher Mensch“ reduziert sich darauf, daß
im ersten Falle viel Kraft vererbt ist – er ist eine Summe: im andern noch wenig – (– unzureichende Vererbung, Zersplitterung des Ererbten). Die Schwäche kann ein Anfangsphänomen sein: „noch wenig“; oder ein Endphänomen: „nicht mehr“.
Der Ansatzpunkt ist der, wo große Kraft ist, wo Kraft auszugeben ist. Die
Masse, als die Summe der Schwachen, reagiert langsam; wehrt sich gegen vieles, für das sie zu schwach ist, – von dem sie keinen Nutzen haben kann; schafft nicht, geht nicht voran.
Dies gegen die Theorie, welche das starke Individuum leugnet und meint, „die
Masse tut's“. Es ist die Differenz wie zwischen getrennten Geschlechtern: es können vier, fünf Generationen zwischen dem Tätigen und der Masse liegen – eine chronologische Differenz.
Die Werte der Schwachen sind obenan, weil die Starken sie übernommen
haben, um damit zu leiten.