Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 93 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 291

 

Ist „Wille zur Macht“ eine Art „Wille“ oder identisch mit dem Begriff „Wille“?

Heißt es so viel als begehren? oder kommandieren? Ist es der „Wille“, von dem Schopenhauer meint, er sei das „An sich der Dinge“?

Mein Satz ist: daß Wille der bisherigen Psychologie eine ungerechtfertigte

Verallgemeinerung ist, daß es diesen Willen gar nicht gibt, daß, statt die Ausgestaltung eines bestimmten Willens in viele Formen zu fassen, man den Charakter des Willens weggestrichen hat, indem man den Inhalt, das Wohin? heraussubtrahiert hat – : das ist im höchsten Grade bei Schopenhauer der Fall: das ist ein bloßes leeres Wort, was er „Wille“ nennt. Es handelt sich noch weniger um einen „Willen zum Leben“: denn das Leben ist bloß ein Einzelfall des Willens zur Macht; – es ist ganz willkürlich, zu behaupten, daß alles danach strebe, in diese Form des Willens zur Macht überzutreten.