Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 192 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 613

 

„Das Paradies ist unter dem Schatten der Schwerter“ – auch ein Symbolon und

Kerbholzwort, an dem sich Seelen vornehmer und kriegerischer Abkunft verraten und erraten.

614.

 

Nicht „das Glück folgt der Tugend“, – sondern der Mächtigere bestimmt

seinen glücklichen Zustand erst als Tugend.

Die bösen Handlungen gehören zu den Mächtigen und Tugendhaften: die

schlechten, niedrigen zu den Unterworfenen.

Der mächtigste Mensch, der Schaffende, müßte der böseste sein, insofern er

sein Ideal an allen Menschen durchsetzt gegen alle ihre Ideale und sie zu seinem Bilde umschafft. Böse heißt hier: hart, schmerzhaft, aufgezwungen.

Solche Menschen wie Napoleon müssen immer wiederkommen und den

Glauben an die Selbstherrlichkeit des Einzelnen befestigen: er selber aber war durch die Mittel, die er anwenden mußte, korrumpiert worden und hatte die Noblesse des Charakters verloren. Unter einer andern Art Menschen sich durchsetzend, hätte er andere Mittel anwenden können; und so wäre es nicht notwendig, daß ein Cäsar schlecht werden müßte.