Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens
Kapitel 613
„Das Paradies ist unter dem Schatten der Schwerter“ – auch ein Symbolon und
Kerbholzwort, an dem sich Seelen vornehmer und kriegerischer Abkunft verraten und erraten.
614.
Nicht „das Glück folgt der Tugend“, – sondern der Mächtigere bestimmt
seinen glücklichen Zustand erst als Tugend.
Die bösen Handlungen gehören zu den Mächtigen und Tugendhaften: die
schlechten, niedrigen zu den Unterworfenen.
Der mächtigste Mensch, der Schaffende, müßte der böseste sein, insofern er
sein Ideal an allen Menschen durchsetzt gegen alle ihre Ideale und sie zu seinem Bilde umschafft. Böse heißt hier: hart, schmerzhaft, aufgezwungen.
Solche Menschen wie Napoleon müssen immer wiederkommen und den
Glauben an die Selbstherrlichkeit des Einzelnen befestigen: er selber aber war durch die Mittel, die er anwenden mußte, korrumpiert worden und hatte die Noblesse des Charakters verloren. Unter einer andern Art Menschen sich durchsetzend, hätte er andere Mittel anwenden können; und so wäre es nicht notwendig, daß ein Cäsar schlecht werden müßte.