Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 33 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 37

 

Ursachen für die Heraufkunft des Pessimismus: 1. daß die mächtigsten und zukunftsvollsten Triebe des Lebens bisher

verleumdet sind, so daß das Leben einen Fluch über sich hat;

2. daß die wachsende Tapferkeit und Redlichkeit und das kühnere Mißtrauen

des Menschen die Unablösbarkeit dieser Instinkte vom Leben begreift und dem Leben sich entgegenwendet;

3. daß nur die Mittelmäßigsten, die jenen Konflikt gar nicht fühlen,

gedeihen, die höhere Art mißrät und als Gebilde der Entartung gegen sich einnimmt, – daß andererseits das Mittelmäßige, sich als Ziel und Sinn gebend, indigniert (– daß niemand ein Wozu? mehr beantworten kann –);

4. daß die Verkleinerung, die Schmerzfähigkeit, die Unruhe, die Hast, das

Gewimmel beständig zunimmt, – daß die Vergegenwärtigung dieses ganzen Treibens, der sogenannten „Zivilisation“, immer leichter wird, daß der einzelne angesichts dieser ungeheuren Maschinerie verzagt und sich unterwirft.