Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 209 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 635

 

Der Sinn unsrer Gärten und Paläste (und insofern auch der Sinn alles Begehrens

nach Reichtümern) ist: die Unordnung und Gemeinheit aus dem Auge sich zu schaffen und dem Adel der Seele eine Heimat zu bauen.

Die meisten freilich glauben, sie werden höhere Naturen, wenn jene

schönen, ruhigen Gegenstände auf sie eingewirkt haben: daher die Jagd nach Italien und Reisen usw., alles Lesen und Theaterbesuchen. Sie wollen sich formen lassen – das ist der Sinn ihrer Kulturarbeit! Aber die Starken, Mächtigen wollen formen und nichts Fremdes mehr um sich haben!

So gehen auch die Menschen in die große Natur, nicht, um sich zu finden,

sondern um sich in ihr zu verlieren und zu vergessen. Das „Außer-sich-sein“ als Wunsch aller Schwachen und Mit-sich-Unzufriedenen.