Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 173 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 587

 

Wir neuen Philosophen aber, wir beginnen nicht nur mit der Darstellung der

tatsächlichen Rangordnung und Wertverschiedenheit der Menschen, sondern wir wollen auch gerade das Gegenteil einer Anähnlichung, einer Ausgleichung: wir lehren die Entfremdung in jedem Sinne, wir reißen Klüfte auf, wie es noch keine gegeben hat, wir wollen, daß der Mensch böser werde, als er je war. Einstweilen leben wir noch selber einander fremd und verborgen. Es wird uns aus vielen Gründen nötig sein, Einsiedler zu sein und selbst Masken vorzunehmen, – wir werden folglich schlecht zum Suchen von unsresgleichen taugen. Wir werden allein leben und wahrscheinlich die Martern aller sieben Einsamkeiten kennen. Laufen wir uns aber über den Weg durch einen Zufall, so ist darauf zu wetten, daß wir uns verkennen oder wechselseitig betrügen.