Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens
Kapitel 287
Der Wille zur Macht kann sich nur an Widerständen äußern; er sucht also
nach dem, was ihm widersteht, – dies die ursprüngliche Tendenz des Protoplasmas, wenn es Pseudopodien ausstreckt und um sich tastet. Die Aneignung und Einverleibung ist vor allem ein Überwältigenwollen, ein Formen, An- und Umbilden, bis endlich das Überwältigte ganz in den Machtbereich des Angreifers übergegangen ist und denselben vermehrt hat. – Gelingt diese Einverleibung nicht, so zerfällt wohl das Gebilde; und die Zweiheit erscheint als Folge des Willens zur Macht: um nicht fahren zu lassen, was erobert ist, tritt der Wille zur Macht in zwei Willen auseinander (unter Umständen ohne seine Verbindung untereinander völlig aufzugeben).
„Hunger“ ist nur eine engere Anpassung, nachdem der Grundtrieb nach Macht
geistigere Gestalt gewonnen hat.