Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 205 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 630

 

Dem Wohlgeratenen, der meinem Herzen wohltut, aus einem Holz

geschnitzt, welches hart, zart und wohlriechend ist – an dem selbst die Nase noch ihre Freude hat –, sei dies Buch geweiht.

Ihm schmeckt, was ihm zuträglich ist;

sein Gefallen an etwas hört auf, wo das Maß des Zuträglichen überschritten

wird;

er errät die Heilmittel gegen partielle Schädigungen; er hat Krankheiten als

große Stimulantia seines Lebens;

er versteht seine schlimmen Zufälle auszunützen; er wird stärker durch die Unglücksfälle, die ihn zu vernichten drohen; er sammelt instinktiv aus allem, was er sieht, hört, erlebt, zugunsten seiner

Hauptsache, – er folgt einem auswählenden Prinzip, – er läßt viel durchfallen;

er reagiert mit einer Langsamkeit, welche eine lange Vorsicht und ein gewollter

Stolz angezüchtet haben, – er prüft den Reiz, woher er kommt, wohin er will, er unterwirft sich nicht;

er ist immer in seiner Gesellschaft, ob er mit Büchern, Menschen oder

Landschaften verkehrt;

er ehrt, indem er wählt, indem er zuläßt, indem er vertraut.