Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens
Kapitel 630
Dem Wohlgeratenen, der meinem Herzen wohltut, aus einem Holz
geschnitzt, welches hart, zart und wohlriechend ist – an dem selbst die Nase noch ihre Freude hat –, sei dies Buch geweiht.
Ihm schmeckt, was ihm zuträglich ist;
sein Gefallen an etwas hört auf, wo das Maß des Zuträglichen überschritten
wird;
er errät die Heilmittel gegen partielle Schädigungen; er hat Krankheiten als
große Stimulantia seines Lebens;
er versteht seine schlimmen Zufälle auszunützen; er wird stärker durch die Unglücksfälle, die ihn zu vernichten drohen; er sammelt instinktiv aus allem, was er sieht, hört, erlebt, zugunsten seiner
Hauptsache, – er folgt einem auswählenden Prinzip, – er läßt viel durchfallen;
er reagiert mit einer Langsamkeit, welche eine lange Vorsicht und ein gewollter
Stolz angezüchtet haben, – er prüft den Reiz, woher er kommt, wohin er will, er unterwirft sich nicht;
er ist immer in seiner Gesellschaft, ob er mit Büchern, Menschen oder
Landschaften verkehrt;
er ehrt, indem er wählt, indem er zuläßt, indem er vertraut.