Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 147 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 557

 

Gegen John Stuart Mill. – Ich perhorresziere seine Gemeinheit, welche

sagt, „was dem einen recht ist, ist dem andern billig“; „was du nicht willst usw., das füg' auch keinem andern zu“; welche den ganzen menschlichen Verkehr auf Gegenseitigkeit der Leistung begründen will, so daß jede Handlung als eine Art Abzahlung erscheint für etwas, das uns erwiesen ist. Hier ist die Voraussetzung unvornehm im untersten Sinne: hier wird die Äquivalenz der Werte von Handlungen vorausgesetzt bei mir und dir; hier ist der persönlichste Wert einer Handlung einfach annulliert (das, was durch nichts ausgeglichen und bezahlt werden kann –). Die „Gegenseitigkeit“ ist eine große Gemeinheit; gerade daß etwas, das ich tue, nicht von einem andern getan werden dürfte und könnte, daß es keinen Ausgleich geben darf (– außer in der ausgewähltesten Sphäre der „meinesgleichen“, inter pares –), daß man in einem tieferen Sinne nie zurückgibt, weil man etwas Einmaliges ist und nur Einmaliges tut, – diese Grundüberzeugung enthält die Ursache der aristokratischen Absonderung von der Menge, weil die Menge an „Gleichheit“ und folglich Ausgleichbarkeit und „Gegenseitigkeit“ glaubt.