Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 52 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 57

 

Das „Übergewicht von Leid über Lust“ oder das Umgekehrte (der

Hedonismus): diese beiden Lehren sind selbst schon Wegweiser zum Nihilismus....

Denn hier wird in beiden Fällen kein anderer letzter Sinn gesetzt, als die Lust-

oder Unlust-Erscheinung.

Aber so redet eine Art Mensch, die es nicht mehr wagt, einen Willen, eine

Absicht, einen Sinn zu setzen: – für jede gesündere Art Mensch mißt sich der Wert des Lebens schlechterdings nicht am Maße dieser Nebensachen. Und ein Übergewicht von Leid wäre möglich und trotzdem ein mächtiger Wille, ein Ja-sagen zum Leben; ein Nötig-haben dieses Übergewichts.

„Das Leben lohnt sich nicht“; „Resignation“; „warum sind die Tränen?...“ –

eine schwächliche und sentimentale Denkweise. „Un monstre gai vaut mieux qu'un sentimental ennuyeux.“