Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens
Kapitel 274
Das Feststellen zwischen „wahr“ und „unwahr“, das Feststellen überhaupt
von Tatbeständen ist grundverschieden von dem schöpferischen Setzen, vom Bilden, Gestalten, Überwältigen, Wollen, wie es im Wesen der Philosophie liegt. Einen Sinn hineinlegen – diese Aufgabe bleibt unbedingt immer noch übrig, gesetzt, daß kein Sinn darin liegt. So steht es mit Tönen, aber auch mit Volksschicksalen: sie sind der verschiedensten Ausdeutung und Richtung zu verschiedenen Zielen fähig.
Die noch höhere Stufe ist ein Ziel setzen und daraufhin das Tatsächliche
einformen: also die Ausdeutung der Tat, und nicht bloß die begriffliche Umdichtung.