Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 163 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 576

 

„Sein Leben lassen für eine Sache“ – großer Effekt. Aber man läßt für vieles

sein Leben: die Affekte samt und sonders wollen ihre Befriedigung. Ob es das Mitleid ist oder der Zorn oder die Rache – daß das Leben daran gesetzt wird, verändert nichts am Werte. Wie viele haben ihr Leben für die hübschen Weiblein geopfert – und selbst, was schlimmer ist, ihre Gesundheit! Wenn man das Temperament hat, so wählt man instinktiv die gefährlichen Dinge: zum Beispiel die Abenteuer der Spekulation, wenn man Philosoph, oder der Immoralität, wenn man tugendhaft ist. Die eine Art Mensch will nichts riskieren, die andre will riskieren. Sind wir anderen Verächter des Lebens? Im Gegenteil, wir suchen instinktiv ein potenziertes Leben, das Leben in der Gefahr.... Damit, nochmals gesagt, wollen wir nicht tugendhafter sein als die anderen. Pascal zum Beispiel wollte nichts riskieren und blieb Christ: das war vielleicht tugendhaft. – Man opfert immer.