Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 131 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 533

 

Apollinisch – dionysisch. – Es gibt zwei Zustände, in denen die Kunst

selbst wie eine Naturgewalt im Menschen auftritt, über ihn verfügend, ob er will oder nicht: einmal als Zwang zur Vision, andrerseits als Zwang zum Orgiasmus. Beide Zustände sind auch im normalen Leben vorgespiegelt, nur schwächer: im Traum und im Rausch.

Aber derselbe Gegensatz besteht noch zwischen Traum und Rausch: beide

entfesseln in uns künstlerische Gewalten, jede aber verschieden: der Traum die des Sehens, Verknüpfens, Dichtens; der Rausch die der Gebärde, der Leidenschaft, des Gesangs, des Tanzes.