Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Friedrich Nietzsche · Kapitel 190 von 256

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Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens

Kapitel 609

 

Zur Größe gehört die Furchtbarkeit: man lasse sich nichts vormachen.

610.

 

Die Kriegerischen und die Friedlichen. – Bist du ein Mensch, der die

Instinkte des Kriegers im Leibe hat? Und in diesem Falle bliebe noch eine zweite Frage: Bist du ein Angriffskrieger oder ein Widerstandskrieger von Instinkt? Der Rest von Menschen, alles, was nicht kriegerisch von Instinkt ist, will Frieden, will Eintracht, will „Freiheit“, will „gleiche Rechte“ – : das sind nur Namen und Stufen für ein und dasselbe. Dorthin gehen, wo man nicht nötig hat, sich zu wehren, – solche Menschen werden unzufrieden mit sich, wenn sie genötigt sind, Widerstand zu leisten: sie wollen Zustände schaffen, wo es überhaupt keinen Krieg mehr gibt. Schlimmstenfalls sich unterwerfen, gehorchen, einordnen: immer noch besser als Krieg führen, – so rät es zum Beispiel dem Christen sein Instinkt. Bei den geborenen Kriegern gibt es etwas wie Bewaffnung in Charakter, in Wahl der Zustände, in der Ausbildung jeder Eigenschaft: die „Waffe“ ist im ersten Typus, die Wehr im zweiten am besten entwickelt.

Die Unbewaffneten, die Unbewehrten: welche Hilfsmittel und Tugenden sie

nötig haben, um es auszuhalten, – um selbst obzusiegen.