Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 97 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Kapitel LII

möchten. Hiernach ward nun der gute Gedanke laut, daß die Vögel sich gar wohl

zu Ihnen bewegen könnten. Ein Jagdfreund übernahm die Besorgung und nun

kommen sie, begleitet von den besten Wünschen zum neuen Jahr und in

Hoffnung, daß Sie solche gleichfalls mit Freunden theilnehmend, und unsrer

eingedenk genießen werden.

Weimar d. 18. Januar

1826.

 

treulichst

J W Goethe

 

[289] Vgl. S. 352.

 

LII.

 

Ja wohl, mein Theuerster, war der freundliche Besuch den Sie uns gönnten ein

schöner Beweis daß wir uns im Lebensgange an einander nicht geirrt haben; es

zeigte sich daß wir, wenn gleich in einiger Entfernung, parallel nebeneinander

fortgingen und, beym Wiederzusammentreffen, keiner am andern etwas Fremdes

empfand; es war Ihnen bey mir behaglich, eben so mußt es wechselseitig seyn.

Sie konnten der Freund meiner Freunde werden, es ergab sich alles ganz

natürlich, ohne daß irgend etwas wäre auszugleichen gewesen, und so mußten

wir wünschen Sie hätten noch einige Tage verweilt. Schwiegertochter und

Kinder waren wiedergekommen; Herr Rauch traf ein[290] und wir hätten Sie

herzlich gern an den guten Stunden des Wiedersehens und heitern Empfangs

auch Ihren genugsamen Theil nehmen lassen. Auch hätte ich der guten Ottilie so

gern einen Musickliebenden Gast entgegengeführt.

Hier nun will ich schließen, mit dem treusten Dank für Ihr werthes baldiges

Schreiben, mit reinen Wünschen und Grüßen an die theure Ihrige und mit

Ankündigung einer Rolle, deren Inhalt wir einen geneigten Empfang erbitten.

Weimar

den 3. Juli

1829.

 

und so fortan!

J W Goethe