Goethes Briefe an Leipziger Freunde

Johann Wolfgang von Goethe · Kapitel 30 von 106

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Goethes Briefe an Leipziger Freunde

3. Die Nacht.

 

Gern verlaß ich diese Hütte,

Meiner Liebsten Aufenthalt,

Wandle mit verhülltem Tritte

Durch den ausgestorbnen Wald.

Luna bricht die Nacht der Eichen

Zephirs melden ihren Lauf,

Und die Birken streun mit Reigen

Ihr den süßten Weihrauch auf.

 

Schauer, der das Herze fühlen,

Der die Seele schmelzen macht,

Flüstert durchs Gebüsch im Kühlen.

Welche schöne, süße Nacht!

Freude! Wollust! Kaum zu fassen!

Und doch wollt' ich, Himmel, dir

Tausend solcher Nächte lassen,

Gäb' mein Mädgen Eine mir.

 

3, 2 ff. Meiner Schönen Aufenthalt,

Und durchstreich mit leisem Tritte

Diesen ausgestorbnen Wald.

5. Wandle mit vergnügtem Schritte. Alm.

7 f. Und die Birken, die sich neigen,

Senden ihr den Duft hinauf. Alm.

11. Wandelt im Gebüsch im Kühlen.

15. Tausend deiner Nächte lassen,

 

4. Das Schreyen.

 

Nach dem Italienischen.

 

Einst gieng ich meinem Mädchen nach

Tief in den Wald hinein,

Und fiel ihr um den Hals, und ach!

Droht sie, ich werde schreyn.

 

Da rief ich trotzig, ha! ich will

Den tödten der uns stört!